Druckschrift 
1 (1872)
Seite
267
Einzelbild herunterladen
 

267

nisch wiederbegegnete. Die ganze so unsicher scheinendeUnternehmung ward eine höchst gelungene, vielfältig ge-priesene."

Mendelssohn, der die Leitung des Düsseldorfer Musik-festes übernommen hatte, ward den Freunden in Londonauf kurze Zeit entrissen, doch kehrte er bald zurück unddiesmal mit seinem herrlichen Vater. Nun fing wiederdas reiche musikalische Leben mit dem Freunde an, undbei der Taufe des kleinen Felix überreichte ihm der grosseein Album, das er trotz des bewegten londoner Lebensmit einer Zeichnung und Composition geschmückt hatte.Es ist eine Ansicht unseres eigenen Hauses und einereizende Baumpartie des Regent's Park; die Compositionist ein Wiegenlied mit Text von Klingemann. (Es ist dasseither so bekannt gewordeneSchlumm're und träume".)Eine glücklichere Tauffeier, als die heutige, ist wohl niebegangen worden. Die Freunde Neukomm und BarryCornwall verherrlichten sie auch durch Composition undDichtung."

Es schliessen sich nun weitere Notizen über das Zu-sammenleben mit Mendelssohn an. Einmal beantworteter eine Einladung folgendermassen:Ach Gott! Wir kön-nen ja leider nicht! Denn wir geben selbst ein dinnerheut, ich habe eben für fünf Personen Fisch mit lobsterbestellt (nämlich salmon), und so muss ich Ihnen unsreregrets präsentiren. Im Ernst aber haben Rosen undStenzler und Klingemann versprochen, heut den Abendbei uns zuzubringen, und darum können wir ja leidernicht! Mein Vater hofft Sie heut Vormittag noch selbstzu sehn und zu danken." Ein Billet von Mendelssohn andie Frau lautet:Liebe Frau Moscheies! Es ist zweiUhr, ich komme eben vom Lande zurück, erhalte IhreZeilen, und ich sollte um zehn Uhr in Grosvenor place ge-wesen sein. Das hätte ich gern gethan; aber Sie müssengestehen, dass das Schicksal eben nicht will, dass ichfashionable sein oder scheinen soll. Sie waren so gütigneulich zu sagen, wir möchten alle drei heut Mittag kom-men (denn Dr. Franck ist wirklich eingetroffen), aber nun