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sem Gesang . . . Wieder sind wir einer Meinung überPaganini; er ist eben nach London zurückgekehrt, undspielte, übte aber nicht den früheren Zauber auf uns aus.Endlich wird Einem die ewige Süsslichkeit doch zu viel."

Am 2;. Juni kommt der Freund zum Abschied.Wirwaren sehr lustig, sprachen in Räthseln, mussten dannaber doch traurig Lebewohl sagen."

In diesem Monat wirkte Moscheies auch in einem derfashionablen Privatconcerte mit. Beliebte Sänger oderInstrumentalisten erhalten mitunter von einer Dame derhöchsten Gesellschaft die Vergünstigung, in ihrem HauseConcert geben zu dürfen. Sie selbst sucht ihre Bekanntenhineinzuziehen, der Concertgeber verzichtet auf das kost-spielige Orchester und begnügt sich mit einer Clavierbe-gleitung und den Guineen, deren eine für jedes Billet er-legt werden muss. Unter dem Einfluss der hohen Wirthinsind solche Concerte stets von der eleganten Welt über-füllt und der Ton dem einer Gesellschaft ähnlich. Ofthört man da die grössten Künstler, oft aber haben sieauch einem armen Schlucker aufgeholfen oder einen Wohl-thätigkeitszweck gefördert; man sah daher gern über ihrmitunter abgedroschenes Programm, oder über die unterihnen verborgene Eitelkeit der Modenwelt hinweg.

Um einen Einblick in das geschäftige Leben Moscheles rzu gewähren, greifen wir folgende Tagebuchnotiz vom24. Juni heraus:Als Sonntagsfreude einmal bis acht Uhrgeschlafen; dafür aber schon während des Anziehens denkleinen Litolff üben hören, der gekommen war, um seineversprochene Lection zu nehmen. Also schnell gefrüh-stückt; aber schon bei der ersten Tasse Caffee erschienendie Damen B., die so lange blieben, dass ich mich ent-schliessen musste, dem Litolff seine Lection in ihrer Ge-genwart zu geben. * Zum Ueberfluss kam noch der PianistL. aus Wien mit dem Beinamender Hässliche" hinzu,in Gesellschaft seines vierhändigen Rondo, das denselbenBeinamen verdient. Es zeichnet sich durch ein Rossini'-sches crescendo aus. Die Familie Eichhorn, die sich ebenmeldete, erbot sich, zu warten, während ich mich einer