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1 (1872)
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bei. Bei Lindley's unvermeidlicher Cadenz steht man zehn-mal am Schluss und wird zehnmal zu dem Einerlei vonArpeggien und Flag-eolettönen zurückgeführt; er erinnertmich an eine Fliege, die den mit Zucker bestreuten Tellernicht verlassen will, ist mir auch so lästig wie diese. Unddoch hat das Trio für gewisse alte Subscribenten seinenReiz (?), hat grössere Berechtigung, in diesclassische"Institut einzudringen, als Mayseder's neues Sextett undNeukomm's Septett für Blasinstrumente, die sich jedochdes grossen Beifalls halber einer zweiten Aufführung er-freuten. An Beethovens letzte Quartette wagt man sichnicht."

Moscheies gab seine neue Symphonie, spielte seinneues C-dur-Concert, sagt aber im Tagebuch:Auf denBeifall, den meine neuen Sachen erlangten, bilde ich mirnicht viel ein, da auch das Mittelmässige diesem Publi-cum gefällt." Die Symphonie ward später einige Malewiederholt, aber Moscheies, der immer streng über sichund seine Compositionen zu Gericht sass, sah bald ein,dass gar manche seiner Zeitgenossen ihn in Orchester-werken übertreffen würden, sein geliebter Mendelssohnihn längst darin überflügelt hatte. Die Instrumentationvon Moscheies' G-moll-Concert, die sich noch heute sowirksam erweist, hatte wohl der Vermuthung Raum ge-geben, dass der damals noch sehr junge Componist Grösse-res für Orchester schaffen würde; auch sein in der frühestenZeit in Wien componirtes BalletLes deux portraits"hatte die Kunstrichter in dieser Voraussetzung bestärkt.Er selbst aber sah, trotz einiger späteren Versuche, ein,dass das Ciavier sein eigentliches Feld bleibe, dass er aufdiesem zu Nutzen und Freude Anderer schaffen könne,und, objectiv wie er sich und sein Thun beobachtete, hater sich auch meist auf sein Instrument beschränkt, aufdem er oft gelungene Orchestereffecte hervorzubringenwusste.

Meister Clementi war in einem Alter von 84 Jahrengestorben, sein Leichnam, von Kunstgenossen getragen,in der Westminster-Abtei beigesetzt; natürlich wollte ihn

Moscheies' Lebea. 16