Nach seiner Rückkehr endlich sucht er Moscheies aut.Mit grossem Umschweif bietet er ihm den ferneren freienVerkauf der drei Bücher „Gems" an, wenn er ihm zuseinen z\fcölf soeben componirten kleinen Stücken eineClavierbegleitung machen wolle. Moscheies willigt, wennauch ungern, ein, weigert sich aber, seinen Namen zudieser Bearbeitung herzugeben, was Paganini verlangt.Endlich muss dieser nachgeben, dann wird um die Process-kosten debattirt; endlich ist Mori froh, ein verhältniss-mässig kleines Opfer zu bringen, während Paganini frühervon £ 500 Entschädigung gesprochen hatte, und Mosche-les ist „ganz glücklich, die fatale, eines Künstlerlebens un-würdige Episode und die abscheulichen Advocaten loszu sein."
Nun konnte er wieder mit doppeltem' Eifer studirenund sich in seine Kunst vertiefen. Wie oft aber dieseStudien und die ruhigen Abende mit den Hausfreundengestört wurden, beweist folgende Notiz: „Alle seinsollendenKunstgenies des Continents suchen mich heim, und essind deren kürzlich so viele angekommen, dass ich beinaheein Orchester mit ihnen zusammenstellen könnte. HeuteMorgen kam ein Violinist, der an Schönheit und Anstanddem Flötenspieler S. nichts nachgibt, und beide, zu einerMixtur verbraucht, wären bitter wie Rhabarber. Dabeischreibt mir ein Herr Steinmüller aus Frankfurt, dass seinsiebzehnjähriger Sohn, ein ausserordentlicher Pianist, sichin London wolle hören lassen. Er ist sechs Fuss gross,heisst es, hat ein Muttermal mit auf die Welt gebracht,welches aussieht wie ein Schnurrbart, aber nur auf derrechten Seite, also nur ein halber. Auch heisst er hierallgemein „der musikalische Schnurrbart", und unter diesemNamen wird er sein Concert in London ankündigen".
Zu den Hausfreunden gehörten in diesem Jahre nochPaul Mendelssohn, Felix' Bruder; der Professor FritzRosen, des letzteren und Klingemanns intimer Freund —eine nicht zu trennende Trias; dann der Prof. Grahl, derdas Portrait der Königin Adelheid malte, und sich Abendswährend der häuslichen Musik gern damit beschäftigte,