bleibsel aus der römischen Zeit, z. B. vollkommen erhal-tene Mosaik-Fussböden mit herrlicher Zeichnung, gesehenhatten, reisten sie am i. October früh nach Oxford, be-suchten am Nachmittage, sowie am folgenden Tage dieCollegien dieser merkwürdigen Stadt, stellten sich unterold Tom (die grosse Glocke) und sahen das Universitäts-Theater, wo dem Kaiser von Russland und dem Königvon Preussen kurz vorher bei ihrer Anwesenheit in Ox-ford die Doctorwürde verliehen worden war.
Nach London zurückgekehrt, richten sie sich klein,aber behaglich, in dem Häuschen No. 77 Nortonstreet ein.Das schönste Möbel blieb ihnen stets Clementi's Ge-schenk, ein herrlicher Flügel, der, von seiner eigenenHand geschrieben vornan, wo sonst der Name der Firmasteht, die Inschrift trug: „Muzio Clementi e Socj all' in-gegnosissimo J. Moscheies ed alla sua amabillissima con-sorte."
Das stille häusliche Glück, das Beide nun genossen, wardbald durch Anträge zu Concerten in Liverpool und Dublingestört. Ohne das Zureden der Frau hätte er sie nicht ange-nommen; denn er musste allein reisen; das widerstand ihm;endlich siegten ihre Vernunftgründe, und er schreibt am4. November: „Heute hatte ich die harte Probe des Ab-schieds von meiner Charlotte zu bestehen." Am 5. Nov.traf er in Liverpool ein, von der Musikergilde freundlichbewillkommnet. Abwechselnd speiste er bei den Kunst-genossen, die ihn in der Stadt umherführten und ihm unterden Denkwürdigkeiten namentlich 'die Town hall undNelson's Monument von Westmacott zeigten. „Wenn michdie Grossartigkeit dieses Kunstwerks und jenes Gebäudes,jedes in seiner Art, frappirte, so setzte es mich vielleicht-noch mehr in Erstaunen, dass man mich mehrfach umLectionen für die drei Tage meines Aufenthalts in Liverpoolbat, ein echt englisches Ansinnen. Ich machte einen Be-such bei Roscoe, den ich sehr zu kennen wünschte undin welchem ich den liebenswürdigsten, zuvorkommendstenGreis fand. Der Herzog von Toskana hatte ihn kürzlichdurch die Zusendung einer Prachtausgabe der Werke von