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Rudersdorfs Concert. Bei dieser Gelegenheit wurdeDerAbschied der Troubadours" mit einem der Gelegenheit an-gepassten Text vom Improvisator Prof. Wolff aus Jenagegeben. Das Alles drängte sich nebst Verlobung undHochzeit in kurze 6 Wochen zusammen.

Am 7. März sagt das Tagebuch:Es war ein schwererMoment, als ich gestern bei unserer Abreise meine Char-lotte dem geliebten Kreise entriss. Um sie aufzuheitern,erzählte ich ihr die Geschichte von meinem alten Onkel,der mich durchaus zum Kaufmann, nicht zum Musikanten,machen wollte, damit ich die Chance hätte, eine Ham-burgische Kaufmannstochter zu heirathen."

In Bremen gab Moscheies Concert, dann in Aachen,dann ging es nach Paris, wo die Ehepaare Valentin undLeo, seine früheren Freunde, jetzt als Tanten und Onkelder Frau, den jungen Leuten den wärmsten Empfang be-reiteten.Wir sind wie Kinder des Hauses, sogar wieverhätschelte Kinder", schreibt Moscheies am 14. März.Die junge Frau, die ausser Berlin noch nichts von derWelt gesehen hatte, sollte mit den Tanten in alle Theatergehen. Rasch durchlief man nun alle Sehenswürdigkeitender Weltstadt, bei denen Moscheies bereits den erfahrenenCicerone machen konnte. Das Haus der Tante Valentinward viel vom Maler Gerard, ihrem Lehrer, sowie vonBenjamin Constant, Alexander Humboldt, Meyerbeer undseinem Bruder Michael, Hummel, F. Mendelssohn unddessen Vater (die sich damals vorübergehend in Parisaufhielten) und anderen interessanten Männern besucht.Meine Frau", schreibt Moscheies an den Vater,meintevor unserer Ankunft in Paris, sie werde sich unbeholfen,wie das wirklicheLottchen am Hofe" benehmen; aberim Gegentheil, sie ist überall ganz zu Hause; die Tantenwundern sich, dass ihr Paris nicht mehr imponirt, d. h. dieBoulevards, Kaufläden u. s. w. Wie sehr die Berühmt-heiten es thun, bewies sie durch das Album, das sie mirheute schenkte, in das sie alle fremden und einheimischenGrössen der musikalischen Welt hatte schreiben lassen,