— QI —
Das Haus des Musikverlegers Kistner wird ihm bald ein ■angenehmes Daheim, während er bei den BanquiersSeyfferth, Küstner und Reichenbach schöne Feste mitmacht.
„Wie gern (sagt er) musicire ich bei Matthai und beider ausgezeichneten Mme. Weitte, deren Gesang michentzückt." Ein andermal erzählt das Tagebuch: „BeiWieck spielte ich auf seinem Stein'schen Flügel und ver-zehrte mit ihm und den Seinigen Erdäpfel." Unter diesen„Seinigen" muss auch die kleine Clara gewesen sein, ohnedass er damals ahnte, welche innige Freude ihm die be-rühmte Clara Schumann wiederholt machen und wie ihnihr Vortrag seines eigenen G-rholl-Concerts im Gewand-haus einst entzücken würde. „Es giebt keine bessereAuffassung und Ausführung des Werks", pflegte er späterzu sagen, „ich selbst könnte es mir nicht mehr zu Dankspielen; es ist ganz so, als hätte sie es componirt."
Später sagt das Tagebuch: „Ich habe in der berühm-ten Handelsstadt Leipzig auch Geschäfte gemacht, Probsthat meine Op. 62 und 63 für 35 :J£ gekauft (für das G-moll-Concert hatte er von Mechetti 40 $ bekommen), Hofmeister,Härtel und Peters sind auch freundschaftlich entgegen-kommend , letzterer hilft mir bei meinen Concert-Arrange-ments. Peters führte ihn auch in die Harmonie in Classig'sCaffeehaus und in die Liedertafel ein. "Von dieser sagt er:„Ihre Leistungen sind vortrefflich, es ist auch ein echtmusikalischer Kreis dort." Dieser bestand aus den Hof-räthen Wendt und Keil, Rochlitz, dessen Kunsturtheiljeder echte Künstler sich gern unterwarf; den vortreff-lichen Schauspielern Devrient und Genast und anderenMännern, deren Namen einen guten Klang haben. „Vordiesem Kreis musicire ich immer mit Lust und Liebe,"sagt er, und Bernhard Romberg, so eben nach Leipziggekommen, stimmte ihm darin bei.
Ueber das Theater, das unter der Leitung des Hof-raths Küstner stand, ist Moscheies oft entzückt. Er sahdort Aufführungen Schiller'scher und Shakespeare'scherStücke „in grosser Vollendung". Die Wranitzky-Seidler,deren erstem Auftreten er in Wien beigewohnt hatte, be-