tendant geworden, während Herr v. Könneritz diesenPosten niedergelegt hatte, um sich als Gesandter nachSpanien zu begeben.
Wir hören nun von den vortrefflichen geistlichenConcerten in der katholischen Kirche unter Weber's ge-diegener Leitung, von den erlesenen Gesangskräften derDresdener Oper (Sassaroli, Tibaldi u. s. w.), von Tieck,den Moscheies mit Bewunderung den Clavigo lesen hört,von August Kiengel, dessen kanonische Etüden er alsMeisterwerke preist und mit dem er manchen genuss-reichen Abend verbringt. Weber und seine liebenswürdigeGattin laden ihn zu sich nach Hosterwitz (unweit Dresden),wo natürlich gleichfalls viel musicirt wird. Auch derDichter des Freischütz, Friedrich Kind, ist dort, und ein-gehend wird Webers Absicht, einem Rufe nach Londonzu folgen, besprochen. „Natürlich konnte ich ihm Aus-kunft und Anweisung über die dort üblichen und not-wendigen Maassregeln geben. Ungern aber sah ichihn etwas schwächlich und leidend und fürchte die An-strengung, die ihn London kosten wird." Leider solltediese Befürchtung eintreffen, wie wir später (1826) sehenAverden.
Schon in den ersten Tagen dieser Dresdener Wochenerhielt Moscheies die Einladung, in Pillnitz zu spielen, undzwar wieder bei Tafel! Es speisten an dieser öffent-lichen Tafel ausser den Majestäten Prinz Friedrich mitseiner österreichischen, Prinz Johann mit seiner bayerischenGemahlin, die Prinzessinnen Amalie und Auguste, Gross-fürst Constantin und sein Gesandter, Herr v. Reitzensteinu. A. Moscheies spielte das E-dur-Concert und Clair delune. Nach überstandener Oeffentlichkeit hatten dieKünstler ein gemüthliches Diner, später wurde ihm einegoldene Dose, auf welcher der Königstein in Emaille ab-gebildet war, und ein Thaler überreicht. Ein verjährterGebrauch hiess es, die Künstler sollten ihre Handschuhedafür kaufen. „Passt zum Vandalismus des Tafel-Concerts!dachte ich."
Schon am 8. October sass er mit seinem Bruder im