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1 (1872)
Seite
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Herzogs von Cumberland, der Fürstin Thurn und Taxis u. a.Aehnliche Erfolge und das Wiederholen des einmal ge-gebenen Concerts bleiben auch in Marienbad, Franzensbadund Teplitz nicht aus. An allen diesen Orten giebt erConcerte für die Armen und unterstützt die befreundetenKünstler in den ihrigen. Natürlich war in jedem derBadeorte ein Zusammenfiuss von Künstlern; besondersfreut sich Moscheies seines Zusammentreffens mit C. M.von Weber.

Wie schön, dass die Reise von Karlsbad nach Dres-den über Prag geht!" schreibt er am 26. August insein Tagebuch; denn nach Dresden wollte er zunächstund konnte sich nun vierzehn Tage des innigsten Bei-sammenseins mit der Mutter, Geschwistern und Freun-den gönnen. Wie bei jedem Aufenthalt in Prag, so spielter auch diesmal dem alten Lehrer Dionys AVeber vorund hört mit aller Pietät dessen Bemerkungen überseine Compositionen an, er bleibt ihm gegenüber stets derSchüler, wie sehr auch Dionys Weber in ihm den Meisterehren will.Eins ist mir merkwürdig", sagt er,wie dergute Mann, der Beethoven zuerst als einen halb Tollenbetrachtete und mich vor ihm warnte, allmälig umsattelnmuss; aber er thut es" vorsichtig, denn es giebt garManches, was er noch heute nicht gut heissen will, undum ihn nicht zu verletzen, muss ich meinen Enthusiasmusihm gegenüber sehr massigen." Aus diesen Wortenspricht eine Ehrerbietung, die keines Commentars bedarf.

Folgen wir Moscheies nunmehr nach Dresden. DerBruder ist ihm noch immer zur Seite. Hülfbereit undselbstlos geht er ihm zur Hand, ohne sich in das bunteKünstlerleben zu mischen. In seiner grossen Bescheiden-heit verehrt er den Künstler so sehr, ist so stolz auf ihn,dass er seinen eigenen vortrefflichen Eigenschaften nieRechnung tragen will und gern still und unbeachtet zurück-bleibt, während Moscheies ihn überall hervorzuziehen sucht.

In Dresden waren damals Carl Maria von Weber undMorlacchi die Hof kapellmeister, Rolla Vorgeiger der vor-trefflichen Hofkapelle; Herr v. Lüttichau war soeben In-