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1 (1872)
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gedichte vorgetragen, die Weber jubelnd begrüssten, unddie fröhlichsten Ludlamslieder gesungen.

Der Erfolg des ersten Concerts, das Moscheies nachseiner Wiederankunft in Wien gab, erhob ihn auf's neueund verscheuchte die Schwermuth, die mit dem noch immernicht ganz beseitigten Leiden wiedergekehrt war. Ermusste sich nun auch entschliessen, einige Besuche zu er-widern, und mit Beethoven wollte er den Anfang machen.Moscheles' Bruder, der noch bei ihm war, brannte vorBegierde, den grossen Mann zu sehen, und so gingenbeide miteinander hin.An der Hausthür angelangt", er-zählt Moscheies,fiel mir's schwer aufs Herz, wie men-schenscheu Beethoven sei, und ich bat den Bruder, untenzu warten, während ich erst sondirte. Als ich nun nachkurzer Begrüssung Beethoven fragte:Darf ich Ihnenmeinen Bruder zuführen?" erwiderte er hastig:Wo istdenn der?"Unten", war die Antwort.Was? Unten?"rief er noch hastiger, lief die Treppe hinunter, packtemeinen erschrockenen Bruder am Arm und schleppte ihnbis mitten in sein Zimmer hinein, wo er ausrief:Bin ichdenn so barbarisch roh und unzugänglich?" Dann zeigteer grosse Freundlichkeit für meinen Bruder. Leider konn-ten wir seiner Taubheit halber nur schriftlich mit ihmreden."

Auch den armen Salieri, der altersschwach und demTode nahe im allgemeinen Krankenhause lag, wünschteMoscheies zu besuchen, und holte sich dazu die nöthigeErlaubniss seiner unverheirätheten Tochter und der Be-hörden, da man fast Niemanden zu ihm liess, er auchkeine Besuche liebte und nur einzelne Ausnahmen machte.Das Wiedersehen (schreibt Moscheies), war ein trauriges;denn sein Anblick schon entsetzte mich, und er sprachmir in abgebrochenen Sätzen von seinem nahebevorstehen-den Tode; zuletzt aber mit den Worten:Obgleich diesmeine letzte Krankheit ist, so kann ich doch auf Treuund Glauben versichern, dass nichts Wahres an dem ab-surden Gerücht ist; Sie wissen ja, Mozart, ich soll ihnvergiftet haben. Aber nein, Bosheit, lauter Bosheit, sagen