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der 6000 Schulkinder in der Paulskirche. „Der Moment,wo die ganze Kinderschaar sich mit einem Mal erhebt,ist imposant! Aber (setzt er hinzu) wie konnten Alle beider kräftigen Orgelbegleitung der Psalmen, die sie unisonosangen, auch unisono detoniren? Und zwar so, dass siejedesmal um r /,Ton fielen! Man möchte daraus auf diegeringe musikalische Begabung der Nation schliessen."
Niemand hatte mehr Gelegenheit als er, junge Talentezu beurtheilen; denn Väter und Mütter brachten ihm ihreaufkeimenden Wunderkinder, von denen die meisten un-tergingen und längst vergessen sind; doch dachte er inspäteren Jahren oft mit Freude daran zurück. Der Mo-r~ ment, wo der Knabe Ferdinand Hiller Moscheies zuerstvorspielte und dieser dem Vater die glänzende musikalischeZukunft seines Sohnes voraussagte, blieb beiden noch
__lange in freundlicher Erinnerung. Auch die zehnjährige
I Delphine Schauroth setzte ihn schon damals durch ihreTechnik und Auffassung in Erstaunen. Mehr als alle musi-kalischen Wunderkinder entzückte ihn aber die jugend-liche, fast noch kindliche Schauspielerin Maria Garcia, dienachherige Malibran, die er im Hause eines Mr. Hullmandelauf einem Liebhabertheater sah. „Das reizende Mädchen,noch halb Kind, spielte bezaubernd in „Chauvin de Rheims",„Coin de rue" und „L'ours et le Pacha". Gleichzeitig bewun-derte er den Vater Garcia in der italienischen Oper, einender vortrefflichsten Sänger jener Tage.
Schon während seines Aufenthalts in Wien hatteMoscheies den Grund zu einer genauen Kenntniss deritalienischen Sprache gelegt, die er stets mit Vorliebetrieb; in London hatte er sich darin noch vervollkommnet,und nie versäumte er die Pistrucci-Abende, wo er mitgrosser Freude dem Improvisator zuhorchte, wie er dasihm aus dem Publicum heraus zugeworfene Thema inwohlklingenden Versen durchführte. „Es giebt mir übermeine eigenen Improvisationen zu denken", fügt er hinzu;„ich muss beständig Vergleiche zwischen den Schwester-künsten machen, sie sind Alle nahe verwandt."
Das London von 1823 kannte nur zweispännige Kutschen