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1 (1872)
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Orchester zusamrren zu halten schien." Und wieder einigeTage später lesen wir:Heute war ich bei Schicht, demCantor der Thomasschule, wir hatten ein langes Gesprächüber Kunst, Kuhstfreiheit und Künstler, worin er mirseine ganze Meinung von Beethoven kund that. Unterandern wollte er behaupten, derChristus am Oelberg"sei nicht im Oratorienstyl geschrieben, und erzählte, dass,als Beethoven das Werk hieher an seinen Verleger ge-schickt habe, dieser den ChorWelchen Weg fliehen wir"wegzulassen für gut befunden habe. Beethoven, höchstbeleidigt, habe dies eigenmächtig genannt und einen sehrderben Brief an den Verleger abgehen lassen. Schichtschien dies merkwürdig zu finden, worauf ich ihm denStandpunkt gründlich klar machte."

Beim Musikdirector Schulze hörte ich von seinenSchülern verschiedene Chöre und Motetten ohne Beglei-tung recht brav ausführen, und zwar in Gegenwart desgerade anwesenden strengen Richters Zelter. Auch hörteich in der Thomaskirche die Schüler unter Leitung desCantors Schicht achtstimmige Motetten und Fugen mitvieler Kraft singen".

Am 6. October wurden die Gewandhausconcerte er-öffnet. Moscheies ging natürlich hin. Es mag Leser geben,für die das Programm dieses Gewandhausconcerts Interessehat; deshalb sei es hier aus dem Tagebuche copirt.

I. Theil. 2. Theil.

Symphonie, Mozart. Ouvert, Andr. Romberg.

Arie, Mme. Sessi. Arie v. "Wild.

Pianoforte-Conc, comp. u. gespielt Cavatine mit Guitarre.

von Zenner aus Petersburg. LiedVergissmeinnicht".

Duett, Mme. Sessi u. Hr. Bergmann. Schweizer-Rondo v. Zenner.

Zum Beschluss ein Chor aus Winter'sGewalt d. Musik".

Das Leben in Leipzig findet Moscheiesrecht ange-nehm". In Classig's Kaffeehaustrifft er täglich die an-genehmste Gesellschaft, er hört Arrangements der bestenSymphonieen, Ouvertüren und Opern mit einem fast com-pleten Orchester, das vortrefflich spielt." Aber die Thor-sperre, eine ihm ganz unbekannte Institution, stört ihn