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1 (1872)
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Von Karlsbad wurde ein Abstecher nach Eger ge-macht. Moscheies sah das Haus, worin "Wallenstein er-mordet worden, ebenso die alte verfallene Veste mit ihrenmerkwürdigen Säulen, endlich dasMordgässchen", wo inden Zeiten der Finsterniss alle Juden bis auf die FamilieSeligsberg, deren Nachkommen noch dort wohnten, grau-sam geschlachtet worden waren. Von hier gings nachFranzensbrunn und Mariakulm, ein Punkt, an den sich ro-mantische Erinnerungen knüpfen.

Nach Karlsbad zurückgekehrt, findet er die Stadtnoch in dem Festjubel, dessen Mittelpunkt der Königvon Preussen und seine Umgebung ist. Er betheiligtsich noch hier und dort und nimmt dann überall Ab-schied, um nach Wien zu eilen. Auch dort machte erdie Runde bei den Freunden und rüstete sich zu dergrossen Reise, zu der er sich inzwischen endlich entschlossenhatte. Die Gräfin Hardegg und andere Freunde versehenihn mit Empfehlungen an jeden Hof, dessen Residenz er be-rühren wird, an jede diplomatische oder kunstliebende Grösse.Das Haus Eskeles führt ihn in die Banquierwelt ein. Undes sind keine kalten förmlichen Briefe; nein, Jedem wirdder junge Mann besonders ans Herz gelegt, sein Talentsowie seine Persönlichkeit ins glänzendste Licht gesetzt,seine Erfolge als unzweifelhaft hingestellt. In jener Zeitaber hatten Empfehlungsbriefe noch ihre Geltung, und soerklärt sich zum Theil das Glück, das Moscheies überall-hin begleitete. Man nahm ihn zuerst auf Treu und Glau-ben an, dann kamen seine Kunstleistungen und seineanspruchslose Persönlichkeit hinzu, und machte den frem-den Empfohlenen zum gerngesehenen Gast, zum Haus-freunde, oft zum Busenfreund fürs Leben.

Folgen wir nun Moscheies auf diesen Wanderungen,die seinen Künstlernamen bald weit hinaustrugen und zueinem europäischen machen sollten.