1814.
Das Tagebuch, das am i. April 1814 beginnt, führtuns in ein fröhlich angeregtes, schaffenslustiges Leben ein.Der nunmehr zwanzigjährige Jüngling hilft sich bereitsselbständig fort und erntet, zu grösseren Gesellschaftenund öffentlichen Aufführungen hinzugezogen, seine erstenLorbern als Virtuos wie als Componist.
Am 8. April hört er zum ersten Mal Meyerbeer, derein von ihm selbst componirtes Rondo vorträgt. „Ganzüberzeugt von seiner Virtuosität, war ich dennoch begierig,welchen Effect sein Spiel in einer gemischten Gesellschaftmachen würde, und bemerkte, dass Stellen, die vielleichtnicht verstanden wurden, doch grosses Staunen erregten,hauptsächlich wegen der so sehr gewagten Schwierig-keiten und der so sicheren Ueberwindung derselben."
Am 10. April trifft die Nachricht von der Einnahmevon Paris ein. Das Tagebuch verzeichnet den grossenJubel, den diese Kunde in der Kaiserstadt hervorruft.Das Volk durchzieht in erregter Stimmung, Volksliedersingend, die Strassen.
11. April. „In einer musikalischen Unterhaltung imRömischen Kaiser in der Mittagsstunde ein neues Triovon Beethoven in B-dur gehört, von ihm selbst ge-spielt. Bei wie vielen Compositionen steht das Wörtchen„neu" am unrechten Platze! Doch bei Beethoven's Com-positionen nie, und am wenigstens bei dieser, welchewieder voll Originalität ist. Sein Spiel, den Geist ab-gerechnet, befriedigte mich weniger, weil es keine Rein-heit und Präcision hat; doch bemerkte ich viele Spuren