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durfte. Die Tochter des Hauses hatte bei Streicher Un-terricht gehabt, beide — Lehrer und Schülerin — bil-deten sich ein, sie allein seien die echten und rechtenClavierspieler. Frau von Pereira rieth mir, ihre Tochterrecht oft zu hören, und von ihr zu lernen, dann aber auchbei Streicher Lection zu' nehmen. Erster es erschien mirihrerseits anmassend, letzteres meinerseits undankbar. Ichhatte meinem Weber so viel zu verdanken; nun sollte ichals Ueberläufer zu einer anderen Fahne schwören? Daskonnte ich nicht. Nein, ich wollte auf der Grundlage, dieWeber so mühsam zusammengetragen, allein weiter bauen,Alles hören und prüfen, mir das Gute nach besten Kräftenaneignen, aber immer sein dankbarer Schüler bleiben."
So unterliess er denn nicht, Streicher aufzusuchen,und gern bekennt er, dass er manches von ihm gelernthabe, ohne sich jedoch an seine Vortragsweise zu binden.Ebenso ging er aber auch in die musikalischen Abend-unterhaltungen der namhaftesten Dilettantinnen, an denendamals die Wiener Gesellschaft reich war. Viele dieser Damenwaren trefflich geschult und hatten an Zartheit und Aus-druck im Anschlag gar manche Vorzüge vor dem jungenMoscheies voraus, die dieser bescheiden anerkannte und schonnach kurzer Zeit ihnen abzulauschen wusste. Gleichzeitigstudirte er eifrig die Theorie der Musik beim Domkapell-meister Albrechtsberger, der ihm zum Schluss folgendescuriose Zeugniss ausstellte:
ATTESTATUM.
Endesunterschriebener bezeuget hiermit, dass der IgnatzMoscheies durch einige Monate bei mir die Musikalische Satz-kunst so gut erlernet habe, dass er im Stande ist (indem erauch auf dem Fortepiano und auf der Orgel meisterlichspielt) sein Brod mit beyden Künsten überall zu verdienen.
Und da er jetzt Willens ist Reysen zu machen, sofinde ich's für billig ihn aller Orten bestens anzuempfehlen.
Wien den 28. September 1808.
(Siegel.) Georgius Albrechtsberger,
Kapellmeister in der Domkircliezu St. Stephan.