Druckschrift 
1 (1872)
Seite
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für meinen Beethoven und die stets wechselnden Genüssemeiner Leihbibliothek hingegeben. Doch war ich nun ein-mal aus dem Garten Eden hinausgejagt und musste an-fangen, im Schweisse meines Angesichts zu arbeiten. MeinVater hielt strenge Nachfrage bei Weber, aus dessenLectionen er mich meistens selbst abholte, und hatte ichein recht gutes Zeugniss, so war allemal ein Besuch beimConditor meine Belohnung. Weber und sein ZeitgenosseTomaschek standen einander feindlich gegenüber, daErsterer die deutsche, Letzterer die italienische Richtungvertrat.Wen giebt es denn noch ausser Mozart, Cle-menti und Bach?" meinte Ersterer.Lauter verrückteNarren, die den jungen Leuten die Köpfe verdrehen; derBeethoven, geschickt wie er ist, schreibt auch viel tollesZeug,bringt die Schüler auf Abwege". Für Mozart's Schön-heiten konnte er sich mit jugendlichem Feuer begeistern;in Bach's geniale Verkettungen ging er gern mit mir einund erklärte sie aus dem Schatze seines theoretischenWissens. Seine eigenen Compositionen machten keinGlück. Es fand sich kein Verleger dafür; er Hess sie aufeigene Kosten lithographiren, und so lagen sie stossweisein seinem Studirzimmer. Als er anfing, sich über meineFortschritte zu freuen, liess er sie mich bei den GrafenClam-Gallas und Schlick in seiner Gegenwart spielen; dochverschaffte ihnen das eben so wenig Popularität, als meinespäteren Bemühungen für ihn in Wien. Tomaschek dagegenwar ganz verschiedener Ansicht; bekanntlich haben auchseine Compositionen nie durchgegriffen.-

Eines Tages, als Weber meinem Vater wiederholtversichert hatte: es könne etwas aus mir werden, belohntemich dieser, indem er mich zum ersten Mal in's Theaterführte. Es wurde derAchilles" von Paer gegeben, eineOper, die eben damals neu war und in der mir der Trauer-marsch besonders wohl gefiel. Ich spielte ihn beim Nach-hausekommen richtig nach und entlockte dem, guten VaterFreudenthränen. Der Opernbesuch, der mir nun öfters ge-stattet war, wurde mir eine Quelle der herrlichsten Genüsse.

Wollte Gott, ich hätte den vortrefflichen, einsichtsvollen