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1 (1872)
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Die Lücke von seinem ersten Sichbewusstwerden biszum Beginn des Tagebuchs (1814) hat Moscheies durch Auf-zeichnungen ausgefüllt, die hier grösstentheils ihrem Wort-laut nach folgen:

Mein Geburtstag fällt auf den 30. Mai 1794, meineVaterstadt ist Prag. Meine Erinnerungen reichen bis zumBeginne des Jahrhunderts zurück. Ich hörte damals vielvon der grossen blutigen Revolution in Frankreich reden.Militärische Neigungen hatten sich auch der Knabenweltbemächtigt und das Soldatenspielen nahm kein Ende.Selten fehlte ich, wenn die Militär-Musikbande auf demRing vor der Hauptwache ihre Paradestücke spielte. DieBläser pflegten sich kleine Jungen zum Halten ihrer Notenherbeizurufen, und immer war ich bei der Hand, dies Amtzu übernehmen.Ich will auch Spielmann werden",pflegte ich zu sagen, wenn ich von diesen Strassencon-certen begeistert nach Hause kam.

Meine Mutter war die Güte, Liebe und Freundlichkeitselbst; stets thätig für den Vater, mit dem sie eine glück-liche Ehe führte und für uns fünf Kinder. Der Vater, einTuchhändler, fand bei aller Geschäftsthätigkeit Müsse genug,für Musik zu schwärmen, Guitarre zu spielen und zu singen.Ihm verdanke ich die erste Anregung zu meiner Künstler-laufbahn; denn er sagte oft:Eins meiner Kinder mussordentlich musikalisch werden". Das liess mich schon da-mals wünschen, dass ich wohl das Eine sein möchte! Aberder Vater fing mit der ältesten Schwester an. Wenn sieCiavierstunde hatte, stand ich gaffend und horchend am3 gestrichenen c, womit das kleine Instrument endete, undbemerkte, dass der Schwester die Arbeit recht sauer