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2,1 (1876) Urkundenbuch des Geschlechts Momm oder Mumm
Entstehung
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Das Vidimus, mit nur einem anhangenden Pergament-streifen, von dem Sloet spricht, und welches in der Re-chenkammer zu Arnheim unter No. 78 verwahrt wird, hatauf dem Rücken mit jüngster Dinte die, mühsam älterenSchriftzügen nachgebildete Aufschrift: Transcriptum insuleet curtis Spankeren, daneben aber eine wirklich alte , demAnfange des 16. Jahrhunderts angehö'rige Aufschrift lautend:hoff te Spankeren. Es gibt sich gleich beim ersten Blicke alsein neueres Machwerk kund, denn es ist auf Schweinsledergeschrieben, welches bekanntlich erst gegen Anfang des16. Jahrhunderts als Schriftsunterlage benutzt wurde. Be-trachtet man nun auch seinen Inhalt, so erscheint die Hand-schrift beim ersten, oberflächlichen Blicke allerdings denCharacter dos 13. Jahrhunderts zu haben, allein genaueruntersucht bleibt kein Zweifel, dass der Schreiber in Formund Geist der Schrift jenes Jahrhunderts nicht eingelebtwar und nur mühsam, mit unsicherer Hand etwas, denSchriften jener Zeit Aehnliches zu liefern gesucht hat. DieAbreviaturen, die Züge und selbst die einzelnen Buchstabensind sich nicht gleich. Die e sind nicht jenem Jahrhundertentsprechend und sehr häufig zu o geworden. Die o selbstsind meist zirkelrund und in vielen Fällen breiter, oder längerals die vorhergehenden, oder folgenden Buchstaben, die rkommen in dreifacher Form vor und einmal, im Worteobierat, wie sie erst 15101550 gebräuchlich werden, näm-lich wie folgt jf. Dieses letztere gibt Fingerzeig für die Zeitder Fälschung. Ich brauohe daher kaum noch zu bemerken,dass das gefälschte Stück sorgfältig mit Comma und Punctumversehen ist, was bekanntlich in jenen alten Urkunden sichanders verhält, ferner dass der Pergamentstreifen zwar be-fleckt ist, als wenn daran etwas befestigt gewesen wäre,dass aber die ungeknickte und untereinander unverbundeneBeschaffenheit seiner beiden Enden beweist, dass ein Siegelüberhaupt nicht daran gehangen haben kann.

Spaen, bekanntlich einer der gewissenhaftesten Arbeiter, con-

etatirt eine Urkunde obigen Inhalts mit 12 abhängenden (siegel-

losen)Pergamentstreifen, es muss ihm noch ein anderes Falsificat

vorgelegen haben. Die Mönche, bewusst ihrer geschützten

Fahne, Chroniken und Urkundenbücher. II. 2