30Bettler, oft unbemerkt sich an die einheimischenBettler anschließen konnte. — Wer kennet sie,diese fremden Bettler? Wer kann ihrem oft nurerdichteten Vorwand von Unglücksfällen, angeb-licher Noth und dergleichen nachforschen? Ofttragen sie an ihrem Körper nur ein verstelltesGewand. Halb nackt bekleidet, verzucken sie ih-re Gebährden; oft ihren Gang, und verändernihre Sprache, blos um die Empfindungen desMitleids zu erregen: Und sie sind nur verlarvteBösewichter, die Land und Städte von Jahr zuJahr durchreisen, und so eine Last der menschli-chen Gesellschaft werden. — Welche Allmosenerhaschten sie bisher unter uns!Welche Geld-Summen trugen sie weg, gleich dem Rau-be, indem der Allmosen der dargereicht wird,nicht ihnen, sondern andern Armen und Nothlei-denden bestimmt war. — Ich erinnere mich hier-bey eines auffallenden Beispiels, welches ich vornicht gar längerer Zeit, an einem solchen aus-wärtigen und fremden Bettler, der hieselbst krankwurde und starb, erlebte. Wie ich Anfangs sei-ner Krankheit zu ihm gerufen wurde, und nachseinem Wohnort, nach seiner vorgeschüzten Rei-se und dergleichen frug, druckte er sich sehr zwei-deutig aus, bis daß gleich nachher der Anblickdes
Druckschrift
Die ausgezeichneten Vortheile, welche für unsere bürgerliche, und für jede kirchliche Verfaßung dadurch erwachsen werden, wenn eine gemeinnützige und wohleingerichtete Armen-Anstalt unter uns eingeführet werden wird : eine Predigt am 1. Sonntage nach Epiphanias 1800 ...
Seite
30
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten