Druckschrift 
Umständliche Nachrichten von der Nahmens Sr. Kön. Majest. in Preussen den 10., 11. und 12. Merz 1763 vollzogenen Besitznehmung der Clev-, Mörs- und Geldrischen Provinzen und von den darinn vorgegangenen feyerlichen Freudensbezeugungen über den den 15. Febr. b.J. zu Hubertusburg geschlossenen Frieden
Entstehung
Seite
208
Einzelbild herunterladen
 

) §§ ( 208) (Nachdem auch am neunten März die Feyerliche Begehung eines allge-meinen Dankfestes am Sonntage den 13. März über diese so glücklicheErscheinung allergnädigst anbefohlen worden, so wurde dieses frohe FestAbends vorher mit allen Glocken der Stadt eingeläutet, und an dem be-stimmten Tag dergestalt gefeyret, daß in allen Kirchen und Clöstern überden vorgeschriebenen Text eine Friedenspredigt gehalten, der AmbrosianischeLobgesang unter einer treflichen Musick und Abfeurung des groben Geschützesgesungen, und demnächst der Friede nach dem vorgeschriebenen Formularpubliciret wurde; die Illuminationes aber musten wegen des heftigen Windesausgestellet werden.Den Montag darauf wurden sämtliche Bürger- und Junggesellen-compagnien auf dem Markte versammlet, und zogen mit fliegenden Fahnenund klingendem Spiel unter Anführung des Burgermeisters und Begleitungder mehresten Königlichen Bedienten und Beamten zu Pferde aus der Stadt,wo eine dreyfache General=Salve aus dem kleinen und groben Geschutz ge-geben wurde, welchemnächst der Zug wieder nach der Stadt gieng: DieCompagnien rangirten sich auf dem Markte, und wurden auseinander ge-lassen, um das ihnen angewiesene Bier zu verzehren.Eben desselben Tages wurde an eine Gesellschaft von 84. PersonenGeist= und Weltlichen Standes von beyderley Geschlecht ein treflicher Ballgegeben, welcher bis an den frühen Morgen währete.Ausser diesem hatten sich nicht nur an selbigem, sondern auch denübrigen Tagen in verschiedenen Häusern Gesellschaften zusammen gethan,welche sich über den Frieden erfreueten und miteinander vergnügten, so,daß wohl kein einziger Einwohner bis zum Gesinde gewesen ist, welchernicht an den Friedenslustbarkeiten seinen Antheil gehabt hätte.Am Mittwoch, als am 16. war die Witterung den Illuminationengünstig, daher man solche nicht länger aussetzen wollte. Die ganze Stadt,war von des Abends um sieben Uhr bis nach Mitternacht erleuchtet, undblieb kein einziger Einwohner, bis zu den armen Leuten, zurück, nachMöglichkeit das Seinige beyzutragen. Ins besondere wurde die Aufmerck-samkeit der Zuschauer durch folgende Erfindungen, Sinnbilder und Devisenunterhalten.Beschreibung