Druckschrift 
Umständliche Nachrichten von der Nahmens Sr. Kön. Majest. in Preussen den 10., 11. und 12. Merz 1763 vollzogenen Besitznehmung der Clev-, Mörs- und Geldrischen Provinzen und von den darinn vorgegangenen feyerlichen Freudensbezeugungen über den den 15. Febr. b.J. zu Hubertusburg geschlossenen Frieden
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

(§)und wurde einquartieret; mithin solchergestalt die hiesige Provinz förmlich inBesitz genommen, auch noch selbigen Tages die Friedensproclamation gleichvor dem Königlichen Schlosse unter Trompetenschall und einem offt wieder-holten: Es lebe der König! wie auch unter Paradirung der Junggesellen-compagnie öffentlich verrichtet. Der Zug gieng alsdann in Begleitungeiniger blasenden Postillion nach dem kleinen Markte in folgender Ordnung:(1.) Einige Officiers von den Junggesellen zu Pferde, (2.) der HerrHofrath und Scheffen Schmitz auf einem zierlich equipirten Pferde, welcherdie Publication verrichtete, (3.) die Trompeter, (4.) ein CommandoHusaren, und (5.) die Junggesellencompagnie mit fliegenden Fahnen undklingendem Spiel. Nachdem daselbst der Friede ebenfalls bey einem grossenZulauf der Einwohner, unter einem offt wiederholten freudigen Vivat bekanntgemacht war, so geschahe in gleicher Ordnung solches auch vor dem Rathhause,auf dem grossen Markte und auf den Ecken der Hauptstrassen. Hiermitendigte sich die förmliche Besitznehmung dieser Provinzen.§. 9.Der folgende 13. März war derjenige Tag, welcher nach Königlichemallergnädigstem Befehl vorhaupts dem allerhöchsten König der Könige sowohl,als unserm Landesvater, zum Lob- und Dankopfer im ganzen Lande auser-sehen, zugleich aber auch dem Vergnügen aller getreuen und erquickten Unter-thanen gewidmet war. Die bey dieser frohen Begebenheit vorgegangene Feyer-lichkeit, wie auch die durch verschiedene artige Auszierungen, Sinnbilder,Erfindungen und Illuminationen, in den Städten ausgebrochene Freude sollnun in dem folgenden zweyten Hauptstück nach der durch die Bemühungen derlöblichen Magisträte und anderer geschickten Freunde eingesandten Beschreibungerzählet werden.§. 10.Ehe dieses Hauptstück geschlossen wird, muß noch billig bemerketwerden, daß hier zu Cleve am 13. März des Morgens dem Herrn Cammer-directoren von Meyen von sechs Herren ein Gedicht präsentiret wurde, welchesEmpfindungen bey der Besitznehmung des Clevischen Landesenthält. Dasselbe war, in Ansehung der äussern Schönheit, auf weissenSatin sehr sauber gedruckt, mit artigen auf dessen Gegenstand zielenden Haupt-und Schlußvignetten gezieret, und in einem Bande von rothen Satin ge-bunden. Man glaubt, dem Leser durch Einrückung desselben nicht zu misfallen.Hier ist es:Sechs