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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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38Feinde nahe waren. Auch sie hätte sich Haß undVerfolgung zuziehen können. Aber was kümmertensie alle Feinde? Vor aller Welt zeigte sie sich alsJeſu dankbare Schuͤlerinn. Was opferte ſie nichtfür ihn auf! Wer weiß, sie hatte es auch für sichbenutzen können. Doch gern gab sie es für den hin,der ihr noch weit mehr gegeben hatte. Auch wirsollen nicht gleich verzagen, nicht immer ängstlich be-rechnen; muthig, bereit zu Aufopferungen, sey unsereLiebe zu unserm Erretter. Auch wir werden nichtallem Tadel entgehen. Es gibt Menschen, die nichtsweniger leiden können, als wenn man dem Hochhei-ligen Gottes treu ergeben ist; Menschen, die nichtsungerner hören, als wenn dankbare Verehrer desGottlichen zu seinem Preise reden und handeln. Diesemachen ſie zum Ziele ihres ſpottenden Witzes. Abermoͤgen ſie ſpotten: Spott iſt nicht Widerlegung.Mogen ſie tadeln: ihr Tadel iſt Lob. Auch bey allemTadel sollen wir unsern Ueberzeugungen getreu blei-ben. Auf diesem Wege werden wir nicht alle Be-schwerden vermeiden. Aber ,, wer nicht sein Kreuzauf sich nimmt und sich selbst verläugnet, der istſeiner nicht werth. Ihm zu Liebe ſollen wir unſernWünſchen entſagen, Lieblingsneigungen bekaͤmpfen,Vortheile, die er mißbilligt, aufgeben, erlaubteFreuden entbehren, wenn wir andern dadurch großereGüter erkaufen können. Je lebendiger, inniger unſreLiebe, desto eher wird ſie alle Schwierigkeiten uͤber-winden.So war die Liebe der Maria zu ihrem göttlichenFreunde eine helldenkende, gefühlvolle, thaͤtige, groß-müthige Liebe. Sind wir ihr darin ahnlich: dann,m. Gel., dann ist unsre Liebe gegen Jesum rechter Art.