) 36° (wird uns Liebe zu Jesu Antrieb zu edeln Thaten wer-den. Denn:sie soll ferner nicht müßig, sondern thätig seyn.Für Maria war es nicht genug, nur von seinerWürde und seinen Verdiensten uberzeugt zu seyn,seine Vortrefflichkeit nur zu fühlen. Sie handelteauch ihren Ueberzeugungen gemäß, ihre Gefühle streb-ten, sich zu aussern. Ihr Mund verkündigte sein Lob;ihre Thaten waren in ihm gethan. Wie oft mochtesie ihm ihr erkenntliches Herz bewiesen haben! Auchhier legt sie es an den Tag. Sie ist geschäftig, denMüden zu erquicken, ihm Haupt und Fuße zu kuhlen.Was sie ihm nach seinem Abschiede zugedacht hatte,widmet ſie ihm in ſeinem Leben. So konnte er esdoch noch geniessen. Gewiß ließ sie durch ihn auchihren Sinn veredeln; ließ sich durch seine Vorschrif-ten und sein Beyspiel in ihrem Wandel leiten.Wie viele Menschen glauben, es sey zur Liebe gegenJesum schon hinreichend, einige Kenntniß von ihm zubesitzen, einige flüchtige Ruhrungen zu empfinden.Doch wie könnten wir es dabey bewenden lassen:Wenn wir einen Menſchen lieben, dann werden wiran seinem Wohle arbeiten, wenigstens seine Freudebefördern, sein Wink wird uns Befehl seyn, waswir ihm nicht erzeigen können, werden wir denen er-weisen, die seinem Herzen theuer sind, und auch dannnoch, wann er laͤngſt entſchlafen iſt, den Seinenthun, wie er uns gethan hat. Ihm, dem Seligen,koͤnnen wir nichts geben und nichts nehmen. Aberſein Sinn ſoll unſer Sinn, ſein heiliger Wille unſreRichtschnur, sein Beyspiel unser Muster seyn. Hassensollen wir, was ihm zuwider ist, lieben, was ihmgefällt, meiden, willig meiden, was er verbeut, üben,freudig üben, was er uns zur Pflicht macht, wasihn in bessern Welten erfreut. Er ist enteilt. (Ihmkönnen wir nicht Haupt und Füße salben. Aber, was
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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
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