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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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) 33 (vergaß er den Undank seiner Zeitgenossen, und sohntesich mit der Welt aus. So hatte sie sich erhabneBegriffe von ihm gebildet. Er war ihr der verheißneBeglucker, der Retter ihres Vaterlandes. Wiehoch sie ihn sich dachte, davon zeugt die Bothschaft,die sie Jesu sandte:Herr, den Du lieb hast, derliegt krank; und ihre Anrede an ihn:Herr, wä-rest Du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht ge-So hatte sie selbst manche Wohlthatſtorben.von ihm hingenommen. Wenn sie, frey von denVorurtheilen ihres Volkes, Gott im reinen Lichteerblickte; wem verdankte sie es, als ihm? Zu seinenFußen hatte ſie himmliſche Wahrheit empfangen.Wenn sie ohne Zittern, Gott im Geiste und in derWahrheit anbetete; so hatte er ihr den Weg ge-wiesen und gebahnt. Wenn sie getrost dem letztenAugenblick entgegen sah; so hatte er ihr die Pfortender Ewigkeit eröffnet. Auch ihr hatte er die Thränenum den entschlafenen Bruder gestillt: Er hatte Laza-rus, den geliebten, aus dem Grabgewölbe zurückge-rufen, und ihr wiedergeschenkt. Das alles schwebteihr klar vor der Seele, und erfüllte sie mit Liebe ge-gen den göttlichen Mann. Auch unfre Liebe zu ihmsoll aus deutlicher Kenntniß hervorgehen. Mancherühmen sich wohl der Liebe gegen ihn, aber sie wis-fen nicht, warum sie ihm zugethan sind. Sie könnensich und andern davon keine Rechenschaft geben.Wissen sollen wir, an wen wir glauben, wen wirverehren. Wer Jesum liebt, wie er soll, der er-kennt in ihm, den Sohn des ewigen Vaters, dasEbenbild des unsichtbaren Gottes, den Erstgebornenvor allen Geschöpfen, den Gesandten Gottes an dieMenſchen, den Mittler, der Erd und Himmel ver-einigt, den größten Lehrer der Wahrheit, das er-habenste Vorbild der edlern Menschheit, den höchstenTroſter in aller Noth, den Urheber und Vergelterunsers Glaubens. Deutlich sieht er es ein, welche