) 32 (1.Jesusliebe ist der edle Gegenstand meiner heuti-gen Rede. Wie nahe liegt es uns, zu fragen: wo-rin sie bestehe, welche Eigenschaften sie an sichhaben muſſe.Liebe zu Jesus, was ist sie anders: als daslebendige Gefühl seiner Große und Huld,ſeiner Verdienſte und Wohlthaten, dasuns antreibt, uns nur nach ihm zu richten,nur das zu wollen, was er gebeut, nurdas zu üben, was uns ihm naher bringt,und uns ſeinen Beyfall erwirbt.Wie oft hat man sich von dieser Liebe verkehrte,einseitige Begriffe gemacht! Wir können uns hierleichtlich von ihr richtige Vorstellungen bilden. Sieliegen hier klar vor uns da. Soll unsre Liebe zuJesu rechter Art seyn, dann muß sie keine dunkle,ſondern eine deutlichgedachte; keine kalte,ſondern eine tiefempfundene, keine mü-ßige, ſondern eine thatige; keine engher-zige, ſondern eine großmüthige Liebe ſeyn.Nicht dunkle Ahnung, erleuchtet, durchdachtsoll unsre Liebe zu Jesu seyn. Auch die Liebe derMaria war ja nicht bloß ein dunkles Gefühl. Siewußte, wer er war, was sie an ihm hatte. So ofthatte ſie Gelegenheit gehabt, ihn naher kennen zulernen. Aus der Ferne hatte sie so oft von seinenLehren und Gottesthaten gehört. Ganz Judäa warvoll davon. Sie hatte ihn in der Nahe gesehen.Wie oft war sie Zeuge gewesen, wenn er Verirrte zu-ruckrief, Leidende befreyte, und dem Weinenden desKummers Thräne abtrocknete! Wie oft war er beyihr und den Ihrigen eingekehrt! Bethanien lag nichtweit von Jerusalem. Hiehin zog er sich am Abendaus dem Getummel der großen Stadt zurück. Hier
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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
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