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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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iwohlthätigen Handlungen nicht zunächst auf sich, aufseinen Gewinn. Er ist dem Gärtner gleich, der Blu-men pflanzt, nicht um davon Samen zu ziehen. Wassoll ihm aller Same gegen ihre Schönheit? Anihr will er ſich ergotzen. Aber wenn auch der Chriſtnicht so sehr seinen Vortheil zur Absicht hat; so kanner ihm doch nicht fehlen. Je weniger er daran denkt:desto eher wird er ihm zu Theil. Es ist eine ewigeWahrheit:Wer gut iſt, findet Gutes,Im Leben wie im Tod.O des Trostes, womit der Wohlthäter seinerfremden Brüder sich erheitern kann! Mit Wonnedenkt er es sich: auch in der Ferne sitzen Menschenan der Tafel, von Dir bereitet, freuen Deiner sich,danken Dir und beten für Dich. Wie viel ruhigergeht er der Zukunft entgegen! Wenn er es einstbedarf, wird er finden, was er andern reichte. Undsollte er verlassen, hülflos leiden und weinen; so be-lastet doch kein Vorwurf sein Gewissen. O der Hof-nung, die ihm von drüben herüber entgegenlacht!Einst wird der Herr der Welten ihn nicht fragen:welchen Nahmen hast Du getragen? welchem Reicheangehört? wem hast Du Wohlthaten erwiesen? Fra-gen wird er:was hast Du gethan, gethan fürHungernde, Nackte, Fremdlinge, Kranke, Gefan-gene? Wahrlich ich sage Euch: was Ihr gethan habteinem unter meinen geringsten Brüdern, das habtIhr mir gethan. Und wenn sein Richterwort denen,die der Liebe Pflichten versaͤumten, furchtbar erſchallt:weicht von mir, ich kenne Euch nicht, so wie Men-schenwohl Euch fremd war, so seyd Ihr mir fremd;so wird seine Vaterstimme denen, die des Segensviel im weiten Kreise stifteten, lieblich ertonen:kommt,Ihr Geſegneten meines Vaters, nehmt das Reich inBesitz, das Euer war vom Anfange der Welt!