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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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) 21 (soll auch in uns wohnen. Wenn uns das Chri-stenthum zur Pflicht macht,nehmet Euch der Heili-gen Nothdurft an, d. h. kommt den Bedürfnissen derChristen zu Hulfe; so setzt es gleich hinzu:herber-get gerne, sucht in Gastfreyheit Eure Ehre!"Hiergilt kein Jude noch Grieche, kein Knecht noch Frey-gebohrner, sie sind alle eins durch Christum JesumBrich dem Hungrigen Dein Brodt, und sie, dieverbannt sind, führe in Dein Haus, siehst Du einenNackten, so kleide ihn, und schame Dich Deines Mit-bruders nicht! Das ist der Wille des großen, gu-ten Vaters an uns, ſeine Kinder, durch ſeinen Lieb-ling ausgesprochen.Wer Christi Geist nicht hat,der ist nicht sein.Welche aber der Geist Gottesleitet, die sind seine Kinder.Endlich: wie belohnend ist diese Wohlthaͤtig-keit! Was könnte uns das Evangelium wohl zurPflicht machen, was nicht zugleich heilsam wäre inseinen Folgen? Welchen Segen können wir durchjene Tugend für andere stiften? Zwar werden wirauch manchem beystehen, der unsere Hülfe wenigerverdient, unsere Gaben verkehrt anwendet. Die Ent-fernung gestattet keine genauere Untersuchung. Alleinmoge dieß immerhin seyn. Wir sind nur über unsernWillen Meister. Die Folgen unserer Thaten stehennicht in unserer Gewalt. Und besser bleibt es immer-hin, zehn Unwürdige zu unterstützen, als einen, derunserer Theilnahme, unserer Hülfe werth ist, darbenzu lassen. Aber wie manchem Edeln können wir auchbeystehen! Wie manchen dem Mangel, dem Hun-gertode entreissen, der späterhin noch ein Wohlthäterseiner Brüder wird.Gastfrey zu seyn, sagen unsunſre heiligen Buͤcher, vergeſſet nicht: denn dadurchhaben etliche, ohne ihr Wissen, Engel beherbergt.Und welchen Segen können wir auf diesem Wegeselbst einärndten! Zwar sieht der Christ bey seinen