) 13 (angesehenste zu seyn dünkte, an: „Herr, habe ichGnade vor Deinen Augen gefunden; so gehe vorDeinem Knechte nicht vorüber. Erst werde EuchWaſſer zur Erfriſchung, Nahrung zur Staͤrkung ge-boten. Lagert Euch unter diesem Baume! Dannmögt Ihr Euern Weg fortsetzen. Gewiß seyd Ihr indieser Absicht zu mir gekommen.“ Sie nahmen seineEinladung an. Wie schnell war nun alles bereitet!Sarah folgte der Aufforderung ihres Gebieters-Damals war manches anders, als jetzt. Abrahamselbst legte mit Hand an. Arbeit hielt er, der mäch-tige und beguterte Fürst, nicht für Schande. Dasbeste, was er hatte, gab er den Fremdlingen. Erselbst stellte sich neben sie unter den Baum, um ihnenzu dienen. So aßen die Männer. O gewiß, reinmußte die Quelle seyn, aus welcher seine Hand-lung entsprang.Möchten wir ihm in diesem allen ähnlich werden!Und welche Beweggründe haben wir zu diesemWunsche, zu diesem Streben? Denken wir darübernoch einige Augenblicke nach; so werden wir findendas Wohlthun, von welchem wir reden, habe mancheGrunde mit Wohlthaͤtigkeit uͤberhauptgemein, aber auch manche beſondere fuͤr ſich.Von jenen Gründen, welche für wohlthätigeLiebe gegen Fremde wie für Wohlthun überhauptsprechen, brauch' ich wohl nicht erst weitläuftiger zureden. Wie oft sind sie Euch schon von dieser Stätteentwickelt, vorgehalten worden? Ihr kennt sie, kenntdas reinere Gefühl, das sich in unserm Busen fürMenschenrettung und Menschenbeseligung erhebt, unduns antreibt, „mit den Frohen uns zu freuen, und mitden Betrübten zu weinen. Nicht unbekannt ist Euchdas heilige Gebot der Vernunft, das uns zuruft
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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
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