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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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17nichts höheres kennt, als zu glänzen, und nur gese-hen, genannt, auch in der Ferne gepriesen zu werdenwünscht; aus Eigennutz, der selbst Wohlthun miß-braucht, um gewisse Vortheile zu erringen: sagt,m. Gel., wurdet Ihr diesen wohl einen Gutthaterseiner fremden Bruder nennen? Jene Thaten sollenvielmehr aus inniger, heiliger Ueberzeugung hervor-gehen. Liebe glüht in der Bruſt des Chriſten, undflammt in seinen Thaten auf. Auch bey jenen Hand-lungen nimmt er Rücksicht auf Gott. Ihm mochteer sich gehorsam bezeugen, ihm, dem er alles schul-dig iſt. Er blickt auf Jeſum. Ihm, der ſo vielfür ihn vollendet, erduldet hat, ihm mochte er seinenDank darbringen, ihm ähnlich werden. Er schautauf seine Mitmenschen, ihm so nahe verwandt,durch so viele Bande an ihn geknüpft. Das sinddie Triebfedern, welche ihn in Bewegung setzen.So, Christen, so sollen wir Wohlthun gegenFremde uben. Wer so handelt, der darf sich nebeneinen Abraham hinstellen. Sein Bild hab' ichEuch geschildert. Gewiß war er den Gliedern seinesStammes ein Segen. Was mußte er den Seinigenseyn, der Fremden so viel leistete? Nicht bloß de-rer unter ihnen, die sich ihm naherten, nein, auchder entferntern nahm er sich an: das nahende Un-glück jener tiefversunknen Städte ging ihm zu Her-zen. *) Abraham wohnte in einer sehr warmen Ge-gend. Sein Zelt hatte er daher in einem Eichen-haine, der von seinem vorigen Besitzer den Nahmenführte, aufgeschlagen. Einst saß er im Eingange die-ses Zeltes, als der Tag schwül geworden war. Erblickte auf, und siehe, da standen drey Männer vorihm. Schnell ging er ihnen entgegen, und bezeugteihnen, nach der Sitte ſeines Landes, ſeine Ehrfurcht.Freundlich redete er denjenigen, welcher ihm der*) S. Gen. 18, 22. ff.