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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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) 16 (Thaten an den Tag legen. Es kommt auch vielesauf die Art an, wie es geschieht, auf die Trieb-federn, welche uns dabey leiten. Wie sehr wirddurch die Art und Weise, wie wir Gutes stiften,der Werth unsers Wohlthuns erhöht! Mit freund-licher Milde, o Christ, suche der Noth der Bedräng-ten, welche einem andern Volke angehören, welchefern von dir leben, ein Ende zu machen! Warumwollten wir es sie durch Ungefälligkeit und Härte erstſchmerzlich empfinden laſſen, daß ſie hülfsbeduͤrftigsind. Laß dich willig finden, zu thun, was Gottund Liebe gebeut! Laß den Mangelleidenden nicht lan-ge warten! Komm seinen Bitten zuvor! Eile, ihmBeystand zu leisten! Betrachte es als eine Freude,die Dir geboten wird!Einen fröhlichen Geber ha-ben Gott und gute Menschen lieb. Der verdientwenig Achtung, der immer nur auf sich sieht, dernicht im Stande ist, sich einmal selber zu vergessen,in andern, für andere zu leben, für sie einiges zu ent-behren, zu wagen, aufzuopfern. Laß es Dir einigeskosten, von Dir entferntere, Dir fremdere Menschendringender Noth zu entreißen! Wem Gott viel ge-geben hat, der gebe reichlich von seinem Ueberflusse;und wem er wenig anvertraut hat, der versage sicheine Freude, einen Genuß, und schaͤme sich auch desScherfleins nicht.Endlich sollen diese unsere wohlthätigen Handlun-gen gegen Fremdlinge und Entfernte, aus der rechtenQuelle herfließen. Eine reine Gesinnung soll ih-nen zum Grunde liegen: sie nur bestimmt ihren Werth.Ich denke mir hier einen Menschen, der sich gegen dieGlieder anderer Völker, gegen die Bewohner andererGegenden nur liebreich erwiese: aus Gleichgültig-keit gegen sein Vaterland, von dem er Unrecht erfah-ren zu haben glaubt; aus blinder Vorliebe füralles, was die Fremde erzeugt; aus Ehrsucht, welche