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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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) 15Ueberfluß reicht für viele hin? Warum uns dannnur auf die nähern beschränken? Warum, wenn wirdes Guten viel thun können, warum uns mit weni-gem begnuͤgen? Gibt es nicht Faͤlle, wo in derFremde höher, als in der Heimath, die Noth steigt,und laut des Jammers Klage ertont, daß ſie uberBerge und Strome auch bis zu uns gelangt? Werkönnte da noch taub, fühllos, unthätig bleiben? Wieoft irrt ein Fremdling unter uns ohne Freunde,ohne Bekannte, ohne Unterstützung und Rath, arm,verfolgt, verkannt, mit schwachlichem, leidendem Kör-per, ohne Trost, ohne Aussicht umher. Wie solltenwir uns ſeiner nicht annehmen, ihm Freund und Ret-ter werden, mit Rath und That ihm an die Handgehen, ihm mittheilen von dem, was wir der Güteunsers Gottes verdanken, ihn beschirmen, vertheidi-gen, ihm Labung zufließen lassen, ihm den Trost, denwir selbst so oft heilsam empfanden, in die wundeSeele floͤßen, und ſeinen trüben Blick auf eine beſſereZukunft richten? So oft entbehren Menschen in derFerne, was ihnen für Geist und Körper nothwendigiſt. Sie wandeln im Dunkeln, ſtraucheln und fallenoft. Sie seufzen unter den Leidenschaften der Men-schen. Die blinde Wuth der Streitenden entreißt ih-nen ihren Wohlstand, zerstampft ihre Saaten, zer-stört ihre Hofnungen. Sie leiden unter der Gewaltempoͤrter Elemente. Die Erde verſchlingt, was ſie ſichmühsam erworben haben, Feuer verzehrt ihre Habe,in Fluthen geht ihr bluͤhendes Gluͤck, gehen ach! ihreGeliebten unter. Wie sollten wir solchen nicht zu dem,was ihr Geist zu seiner Veredlung, ihr Körper zu sei-ner Erhaltung bedarf, zu verhelfen suchen? Wie soll-ten wir ihnen nicht hinsenden, was ihrem Mangel ab-hilft, und ihren Kummer lindert.Doch es ist nicht genug, daß wir nur unserewohlwollenden Gesinnungen gegen Fremde in diesen