14terland hat ja die nächsten Ansprüche auf unsre nütz-liche Thatigkeit. Ihm verdanken wir alles was wirsind und haben. In seinem Schooße wurden wirgebohren. Hier fanden wir die Führer unserer schwa-chen Kindheit. Hier wurden wir ernährt und beschützt,geübt und gebildet. Wie viele Wohlthaten wurdenuns hier zu Theil! Wie viele Haͤnde ſind noch immerauch für uns geschaͤftig! Wie viele Segnungen war-ten unſer noch in der Folge! Wie nahe liegt es unsbey unsern gemeinnützigen Bemuhungen vorzüglich aufdas Vaterland Rücksicht zu nehmen! Hier findenwir der Veranlassungen mehr, zu retten und zu hel-fen. Wir sind Zeugen so mancher Noth. Wir sindvon Leidenden aller Art umgeben, ſehen ihre Thra-nen, hören ihre Klagen. Wer mit denen, welche un-ter seinen Augen dulden, kein Mitleid fühlt, wird fürdiejenigen, welche er nicht sieht, gar nichts empfinden.Wer immer auf das Entferntere wirken will, verſaͤumtnicht selten, was ihm naher liegt. Sorgte jedes Landund jede Stadt für seine Durftigen, Hungernden,Frierenden, Verlaßnen; dann ware ja allen geholfen.Nach diesen Grundsätzen handelte auch unser göttlicherMeister. Zunächst bemühte er sich um Judäas Be-wohner. Seine Vertrauten ſandte er „an die ver-wahrloſeten Schafe des Volkes Jſrael.“ Sie gin-gen auf seiner Bahn, und rufen uns aus ihrem Grabezu: „thut Gutes jedermann, vorzüglich aber EuernMitchristen!O, wer könnte es dann tadeln, wennein jeder zuerst und vornehmlich für seine nächsten Um-gebungen ſorgt?Aber, so wie wir über den entferntern unserenaͤhern Mitmenſchen nicht uͤberſehen und vernachlaͤſſi-gen dürfen; so sollen wir auch über den Bewohnernunſers Landes die Bewohner anderer Gegen-den nicht vergessen und versaͤumen. Konnen wirnicht oft mehreren zugleich Hülfe bieten? Unser
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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
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