Druckschrift 
Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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Möchte es mir gelingen, uns dadurch zu Gesin-nungen und Entschließungen zu stimmen, welche die-ses Tages, dieser Statte und unsers großen Christen-berufes würdig sind! Möchte das Samenkorn derWahrheit nicht auf ſteinigen Boden fallen; ſondernden Weg zum Herzen finden, und aus ihm Nah-rung zu edeln Fruͤchten ziehen! Gott ſey dazu mitEuch und mit mir!Auch Wohlthun gegen Fremde ist Christen-pflicht. Nicht bloß solche, die mit uns zu demselbenVolke gehoren, dasselbe Land, dieselbe Stadt bewoh-nen, sollen wir mit Liebe betrachten, behandeln.Nein, auch gegen diejenigen, welche nichtmit uns durch naͤhere Bande des Vater-landes und des Wohnortes vereinigt sind,sollen wir wohlwollende Gesinnungen hegen,und in Thaten freundlich, willig, großmü-thig und aus reiner Abſicht aͤußern. Suchenwir diese Wohlthätigkeit nach ihrer Naturund Beschaffenheit genauer kennen zu lernen!Laßt mich Euch die Gränzen derselben bestimmter be-zeichnen.Niemand wird mich so verkehrt verstehen:als sollten wir über entferntern Menschen unserenahern Brüder übersehen, vergessen, vernach-lässigen. Konnen wir nicht vielen zugleich helfen;wie natürlich ist es dann, Beystand zu leisten denen,welche auf uns die meiste Beziehung haben? Herrschtgrößeres Elend in der Nähe, warum sollten wir unsdann um entferntere Noth bekümmern? Ist derMangel im Vaterlande eben so drückend, als derMangel im Auslande; wie sollten wir dann nicht dieBewohner unsers Vaterlandes vorziehen? Unser Va-