BÜSCHING, WÖCHENTLICHE NACHRICHTEN. 517
Dass nach der Leseart des Drucks von 1477 dort auch schoneingesehen wurde, es könne von einem Tuche die Rede sein,das auf die Blutstropfen geworfen worden, hat Hr. Büschinggleichfalls anzumerken nicht vergessen, und so befolgt er selbstjene löbliche Gesinnung, die ohne Parteilichkeit nur die Sacheselbst im Auge hat und die er verschiedentlich so sehr schönempfiehlt. Übrigens ist bei der eigenthümlichen Vermuthungdieses Gelehrten, wornach vale, faile einen Waffenschurzbedeuten soll, zu erwägen, dass solch ein grosses, den ganzenUnterleib eines Gepanzerten bedeckendes Stück der Rüstungnicht wohl passend, nämlich zu ungefüg war, um über dreiBlutstropfen geworfen zu werden; Parcifal hätte alsbald sehenmüssen, was man da vor ihm hingeworfen, und doch fragt ergleich, wie es zugegangen, und wer ihm den Anblick benommen. 662Am natürlichsten ist wohl, sich unter faile ein kleines Tüchleinzu denken, aussen vielleicht weiss, um die rothen Tropfen da-mit gleichsam wieder zuzuschneien. Auch konnte ein Waffen-schurz schwerlich wie eine Weiberschürze leicht abgebundenwerden. — S. 92—96 der Nibelungenhort im Reinecke Fuchsvon Hrn. v. d. Hagen. Die hier bemerkten Stellen sind schonfrüher in den altdeutschen Wäldern I, 293 und den Zeugnissenüber die Heldensage angeführt worden, selbst die Verbesserungvon heimeliken in Ermelink in dem flammländischen Ge-dicht; zuzufügen wäre, dass in dem Reinhart Fuchs desGleichsener folgende Stelle vorkommt:
wir munche sprechen niht ein vvortumbe der nybelunge hört.
Zwei Gleichnisse aus dem Barlaam und Josaphat; das ersteist grösstentheils schon in den altdeutschen Wäldern abgedruckt,doch können ein Paar Stellen aus dieser Handschrift dort be-richtigt werden. Zu den Erklärungen des Hrn. Büsching istanzumerken: in dem ersten Gleichnis V. 23 heisst habit nichthebet (?) hob, sondern: hielt, so auch V. 103. V. 49 strichheisst gewiss nicht Augenblick oder Zeitpunkt, wie es auch inden altdeutschen Wäldern erklärt wird, sondern Umstrickung,vgl. hernach 115. „die weite — diu mit so grozer arbeit uns ir