498 ÜBER DIE EDDA.
Professor Nyerup in Kopenhagen machte, wie ein Brief desselbenbezeugen könnte, der leichteren Communikation wegen (dennschon im Sommer 1809 hatte ein Freund*) für uns in Kopenhagendie eddaischen Lieder verlangt), dem Hrn. v. d. Hagen die Be-dingung, uns eine Copie der Lieder mitzutheilen. Als Er-füllung kam nach mehreren Monaten erst, so dringend vielfacheBitten waren, um bei der Übersetzung der Kämpeviser dieseLieder benutzen zu können, die verstümmelte Abschrift vonzwei herausgewählten, worauf wir uns natürlich die Fortsetzungdieser Abschrift verbaten, da wir zudem durch den Grafenvon Hammerstein eipe andere erlangt hatten, so dass wirHrn. v. d. Hagen wahrhaftig auch keinen Buchstaben verdanken.Eher können wir mit ihm übereinstimmen, wenn er be-hauptet, es sei eigentlich keine Collision vorhanden, nur habenwir dazu eigene Gründe 1 ). Wir behaupten, die Schwierigkeitund ganze Arbeit der Sache beruhe in einer wörtlichen Über-setzung als der besten Erklärung, in einem reinen und inter-punktirten Text, in Feststellung der Alliteration und in einemhinzugefügten Glossar, das ein jedes der vielen Wörter erläutert,die sich in keinem, geschweige leicht zugänglichen Hilfsmittelfinden. Das sind wir nach unserer Ankündigung zu leistengesonnen. Was Hr. Professor v. d. Hagen hier gibt, ist nichtsals ein blosser Abdruck seiner Abschrift mit deren wenigenmetrischen Punkten, aber sonst ohne alle gewöhnliche Inter-punktion, festgestellte Abtheilung und Bezifferung in Strophen,und offenbar haben Setzer und Corrector die schwerste undeigentliche Arbeit gehabt; wie schlecht aber auch diese ihr Amtversehen, wird sich gleich zeigen. Wäre die Einleitung (über
*) [Steffens. Man vgl. Wilhelms Brief aus Halle vom 28. August 1809 inden Jugendbriefen S. 158/159 und ausserdem den Brief Jacobs an v. d. Hagenim Anzeiger für Deutsches Alterthum und Deutsche Litteratur "VH (1881),Heft 4, wo diese Erklärung für die Einleitung zu wenig benutzt ist.]
J ) In einem früheren Aufsatze, gerichtet gegen einige Bemerkungen desHrn. Professor Gräter, womit er unsere Abhandlung über die Edda imMorgenblatt begleitet hat, haben wir schon auf diese Weise uns über dieCollision erklärt. Es ist schon am 18. Mai in den Händen des Hrn. Grätergewesen, der versprochen, ihn in derselben Zeitschrift erscheinen zu lassen,bisher aber noch immer zurückgehalten worden.