ÜBER DIE EDDA. 497
Wir haben unsere Ausgabe im März 1811 (S. Hallische Lit.-Z.1811, No. 107 [= oben S. 495]) bestimmt angekündigt, gleichdarauf in einer Nachschrift zu der Übersetzung der altdänischenHeldenlieder [= Bd I, S. 203]. Das Buch des Hrn. v. d. Hagenist erst kurz vor der Ostermesse 1812, also ein Jahr später, inGräters Alterthumszeitung [s. oben S. 494] angezeigt worden; voneiner blossen Übersetzung der eddaischen Lieder war in derVorrede des im Herbst 1811 erschienenen Heldenbuchs [S. IX f.]als einer zukünftigen Arbeit die Rede; mithin ist vor unsererAnkündigung kein Wort des Hrn. v. d. Hagen, das von einemsolchen Vorhaben spräche, gedruckt worden, und dies ent-scheidet; irren wir, so ist es leicht, uns durch Nachweisungzu berichtigen, bis dahin ist es erlaubt zu zweifeln, dass esmöglich sei. Was briefliche Mittheilung betrifft, so haben wirvon Hrn. v. d. Hagen nichts empfangen, als ein Mal die kurzenWorte, er habe die eddaischen Lieder aus dem Nibelungen-cyklus erhalten und werde „nächstens einige davon (alsonicht einmal alle aus diesem Cyklus) bekannt machen", wo-von sich auf keine Ausgabe, etwa nur auf Auszug oder Über-setzung schliessen lässt. Die Worte enthalten, wie man zu-geben wird, nichts als eine vage Äusserung, auf die weiternichts erfolgte. Noch ist das zu bemerken, dass im Sommerdieses Jahres, also ein Jahr nach unserer Ankündigung, einkurzer Brief anlangte, worin Hr. v. d. Hagen eines anderenausführlichen gedenkt, den die Unger'sche Buchhandlung etwaim Herbst 1811 habe besorgen sollen, und dieser habe von derAusgabe der Edda geredet. Da er selbst hinzusetzt, er halteihn für verloren, so wird man uns nicht zumuthen, ihn em-pfangen zu haben, zumal Hr. Professor v. d. Hagen das Unglückoder Glück hat, dass ihm viele Briefe und Pakete verloren odersonst zu Grunde gehen, eh sie am rechten Ort eintreffen.Ohnehin später, als unsere Ankündigung, war es durchauseinerlei, ob er geschrieben wurde oder nicht, und wir erwähnendes Umstands nur der Vollständigkeit halber und um des Hrn.v. d. Hagen Behauptung in etwas zu entschuldigen.
Was die von dem Hrn. v. d. Hagen erwähnte theilweiseMittheilung betrifft, so verhält es sich damit, wie folgt. Herr
W. GRIMM, KL. SCHRIFTEN. II. 32