THE KUNES OF ANGLO-SAXONS BY JOHN M. KEMBLE. 489
zweier dänischen Gelehrten, welche allerdings Seltsames undBefremdendes genug haben und bei welchen besonders das Be-streben, die altnordische Sprache hier wieder zu finden, nach-theilig wirkte; es lässt sich davon nichts mehr aufrecht erhalten.Indessen bedarf doch ein Umstand noch der Aufklärung. NachKemble ist die Abbildung des Denkmals bei Hickes die erste,Pinn Magnussen stützt sich aber in seiner ausführlichen Er-klärung desselben (Annaler for nordisk oldkyndighed, Kiöbenhavn1836—1837, p. 243—337) auf eine ältere. Er kennt sie durcheinen Kupferstich in Folioformat, den er von Thorkelin empfangenund den dieser bei seinem Aufenthalte in Grossbritannien, erwusste nicht von wem, erhalten und mitgebracht hatte. WederKemble noch sonst jemand in Grossbritannien weiss etwas vondiesem Kupferstich. Das Merkwürdigste aber ist, dass dieseAbbildung noch die Inschrift neben den beiden Bildern auf der 1137Spitze des Kreuzes enthält, die man sonsther nicht kennt undvon welcher Duncan sagt, sie sei unlesbar. Finn Magnussenliefert eine Nachbildung von diesem unbekannten Theile jenesKupferstichs, was um so nöthiger war, als er gerade daraufseine Erklärung des Denkmals hauptsächlich stützt. Auf dereinen Seite zeigen sich, nach meiner Meinung, deutlich lateinischeBuchstaben, und das lateinische VERBUM kann kaum bezweifeltwerden.
Der Verf. bespricht jetzt die angelsächsischen Runen, diein angelsächsischen Handschriften vorkommen. Sie erscheinenzumeist in Handschriften der späteren Zeit. Zuerst dienten sieals eine Art von Abbreviatur, indem nämlich die Rune stattdes Wortes geschrieben ward, aus welchem ihr Name besteht.So wird z. B. die Rune M gesetzt, um man, im Beowulf E, umedel auszudrücken, denn so heissen beide Runen. Dies geschahnicht in der Absicht, etwas Geheimes anzudeuten, sondern blossaus Bequemlichkeit. Sodann wird aus drei Handschriften (eineStelle davon ist seitdem auch in Andreas und Elene S. 88 ge-druckt; vgl. das. S. 167) ein Beispiel angeführt, wo ein solcherGebrauch der Runen den bestimmten Zweck hatte, den Namendes Dichters auszudrücken, denn sie bilden, wenn man sie an-einanderreiht, den Eigennamen CYNEWULF. Hier hat doch