490 THE RUNES OP ANGLO-SAXONS BY JOHN M. KEMBLE.
wohl die Ansicht gewirkt, dass es schicklich sei, den Dichternur nebenbei und halb versteckt zu nennen. Ferner finden sichRunen bei Räthseln angewendet, indem das Wort des Räthselsumgekehrt geschrieben ward, z. B. SROH für HORS, DNÜHfür HUND. Endlich kommt es vor, dass Runen bloss zur Er-haltung, vielleicht auch zur Übung in der wenig gebrauchten1138 Schrift niedergeschrieben wurden, ohne dass ein Sinn darinläge: manchmal ist es eine blosse Anhäufung von Consonantenohne Vocale oder von Vocalen ohne Consonanten. Den Schlussmacht ein Stück aus einem noch ungedruckten angelsächsischenGedichte von Salomon und Saturn, in welchem die Kraft desPater noster beschrieben und worin jedem Buchstaben, auswelchem das Gebet zusammengesetzt ist, eine gewisse Wirkungbeigelegt wird. Die Runen, mit welchen das ganze Gebet kannausgedrückt werden, sind eingerückt.
Man sieht, wie reichhaltig diese Schrift ist und wie grossenDank wir dem Verf. für den Fortschritt schuldig sind, den wirdadurch in der Kenntnis der angelsächsischen Runen gemachthaben. Wilhelm Grimm.