Druckschrift 
2 (1882)
Seite
487
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THE RUNES OF ANGLO-SAXONS BY JOHN M. KEMBLE. 487

Runen geschriebenen Überbleibseln. Kemble gibt zunächst einVerzeichnis von den verschiedenen Darstellungen des marko-mannischen, mit dem angelsächsischen im Ganzen überein-stimmenden Alphabets; die schon früher in Abbildungen be-kannt gemachten sind durch einige von dem Verf. selbst inHandschriften gefundene vermehrt. Dann theilt er das angel-sächsische Gedicht über Runen mit, welches, obgleich zu denspäteren Denkmälern dieser Sprache gehörig, doch durch seinenInhalt von Wichtigkeit ist. Der Codex, in dem es stand, istleider verloren, Kemble konnte sich also nur des Abdrucks beiHickes bedienen. Dass hier Text und Übersetzung besser ist,als ich beides vor 20 Jahren liefern konnte, versteht sichvon selbst.

Von den sieben mit angelsächsischen Runen in angel-sächsischer Sprache (denn Kemble lässt sich nicht auf das ein,was mit diesem Alphabete in anderer Sprache geschrieben ist)abgefassten Inschriften konnte ich in meiner Schrift nur zweianführen, die eine zu Bewcastle, die andere auf dem Kreuz zuRuthwell. Jene hatte ich richtig gelesen, aber Kembles Er-klärung verdient den Vorzug, diese, die ich nur aus der Ab-bildung bei Hickes kannte, hatte ich unerklärt lassen müssen.Zu diesen zweien kommen vier Inschriften, die seitdem in derArchaeologia Brittanica sind bekannt gemacht worden und hierebenfalls von Kemble besser als von seinen Vorgängern erklärtwerden, endlich noch eine, die in Whitackers history of Rich-mondshire abgebildet ist, über welche Kemble hinweggeht, weiles vielleicht keine angelsächsische Inschrift ist und weil ihreGenauigkeit zweifelhaft scheint; es muss vor allen Dingen ersteine bessere Abschrift vorliegen.

Die Erklärung der Inschrift zu Ruthwell (an der schottischenGrenze) ist der eigentliche Glanzpunkt dieser Schrift. Sie be- 1135findet sich auf einem etwa 17 Fuss hohen steinernen Kreuz,welches im Jahre 1642 von den bilderstürmenden Presbyterianernin der Kirche, wo es stand, umgestürzt wurde, wobei es inmehrere Stücke zerbrach und die Inschrift Schaden nahm.Diese Stücke blieben in der Kirche liegen und dienten als Sitze,bis sie im Jahre 1772 auf den Kirchhof geschafft und dadurch