WELTCHRONIK RUDOLFS VON EMS VON A. F. C. VILMAR. 481
Wenn ich mich über den inneren Werth und die Wichtig-keit dieses Denkmals für die Geschichte der epischen Poesienicht täusche, so habe ich doppelte Ursache zu wünschen, dassKenner mit meiner Arbeit nicht unzufrieden sein mögen.
Wilh. Grimm.
DIE ZWEI REOENSIONEN UND DIE HAND- usSCHRIFTENFAMILIEN DER WELTCHRONIKRUDOLFS VON EMS
mit Auszügen aus den noch ungedruekten Theilen beider Bearbeitungen. VonDr A. F. 0. Vilmar, Gymnasialdirector. Marburg, 1839. 80 S. in 4.
Göttingische gelehrte Anzeigen. Bd I, 65. Stück, den 22. April 1839.
S. 645-648.
JL/em diesjährigen Programme, welches zu der öffentlichenPrüfung der Schüler des kurfürstlichen Gymnasiums einlädt,hat Herr Gymnasialdirector Dr A. F. C. Vilmar eine Abhand-lung beigegeben, welche den Titel führt: Die zwei Recensionenund die Handschriftenfamilien der Weltchronik Rudolfs vonEms mit Auszügen aus den noch ungedruckten Theilen beider 646Bearbeitungen, 80 Seiten in Quart, und einen erfreulichen Be-weis liefert, wie solche Gelegenheitsschriften zum Vortheile derWissenschaft können verwendet werden.
Mit Rudolfs Weltchronik hatte sich bisher nur Herr Pro-fessor Massmann, den die längst verkündigte, immer noch nichtzu Stande gekommene Herausgabe der Kaiserchronik daraufführte, beschäftigt und sich durch Nachweisung der zahlreichenHandschriften bereits ein Verdienst erworben. Er hatte dieMeinung geäussert, dass nur eine Recension vorhanden sei,aber ein doppelter Prolog. Herr Gymnasialdirector Vilmar be-weist, dass diese Ansicht unrichtig ist und zwei gänzlich ver-schiedene Bearbeitungen desselben Gegenstandes auf uns ge-kommen sind. Die ältere Recension umfasst die Bücher desalten Testaments bis auf Salomons Tod, die jüngere nur denPentateuch, das Buch Josua und das Buch der Richter, dochdieses nur zum geringsten Theile, und weicht nicht bloss im
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