Druckschrift 
2 (1882)
Seite
479
Einzelbild herunterladen
 

RUOLANDES LIET VON WILHELM GRIMM. 479

Ob solcher Ehr und solcher Herrlichkeitward dieses Schwert Joiuse dann geheissen.Die fränk'schen Ritter dürfen's nicht vergessen,dass Munjoi ihr Ruf ist in der Schlacht.Kein Volk kann ihnen darum widerstehn.

Klar ist die Nacht, der Mond ist leuchtend,Karl legt sich, aber Roland macht ihm Qual,um Olivier ist er in tiefen Schmerzen,um die zwölf Pairs, um all die Franken,die er hat todt in Runzival gelassen.Da hebt er an zu weinen und zu jammern,

er bittet Gott um Gnade für die Seelen. 49»

Müd ist der Kaiser, denn der Schmerz ist gross.Da schläft er ein, nichts konnte er weiter thun.Auf allen Feldern schlafen rings die Franken:kein Ross, das länger aufrecht bliebe;das Gras verlangt, das frisst im Liegen.Viel hat gelernt, wer recht erkennt die Noth.

Karl schläft als ein erschöpfter Mann,Sanct Gabriel hat Gott herabgesendetmit dem Geheiss, den Kaiser zu bewachen.Der Engel steht die Nacht an seinem Haupt,und ein Gesicht zeigt ihm im Bild vorausdie grosse Schlacht, die ihn am Tag erwartet.

Wilhelm Grimm.

RUOLANDES LIET VON WILHELM GRIMM. 112»

Mit einem Facsimile und den Bildern der pfälzischen Handschrift. Göttingen

In der Dieterich'schen Buchhandlung. 1838. CXXVIII und 346 Seiten

in gr. 8. Die Steindrucktafeln besonders in Folio.

Göttingische gelehrte Anzeigen. Bd II, 114. 115. Stück, den 19. Juli 1838.

S. 11291131.

JLIindlich erscheint das lange versprochene Rolandslied,wovon bisher nur die Hälfte und auch diese nur in den Bruch-stücken, aus welchen die Strassburger Handschrift besteht,bekannt geworden war. Der aus Rom zurückgekehrte pfäl-zische Codex enthält allein das Ganze, freilich noch immer mit