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2 (1882)
Seite
478
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478 LA CHANSON DE ROLAND PAR FRANCISQUE MICHEL.

Wache bei den Todten und eilt den Feinden nach. Als ersieht, dass der Abend herannaht, steigt er ab, kniet auf dieErde und bittet Gott, die Sonne stehen zu lassen. Ein Engelerscheint ihm und heisst ihm weiter reiten: es werde ihm nichtan Tageshelle fehlen, Gott wisse, dass die Blüthe von Frank-reich verloren sei, er solle an dem verbrecherischen VolkeRache nehmen. Die Sonne bleibt stehen. Die Feinde fliehen, dieFranken erreichen sie vor dem Ebro. Die Sarazenen, ihren GottTervagant anrufend, springen in den Fluss und ertrinken alle.

Als Karl nun todt die Heiden alle sieht,erschlagen viel, doch mehr im Fluss ertränkt,(gross war die Beute, die die Franken fanden),so steigt vom Ross herab der edle Kaiser,wirft nieder sich zur Erde, dankt dem Herrn:und als der aufsteht, sinkt die Sonne erst hinab.Der Kaiser spricht:jetzt ist es Zeit zu rasten,wir können nicht nach Runzival zurück:die Rosse sind ermüdet und erschöpft,hebt ab die Sättel, zieht vom Kopf die Zügelund lasst sie auf den Wiesen sich erkühlen."Die Franken sagen:Herr, wie ihr befehlt."

Der Kaiser nimmt da seine Lagerstätte,497 auf das zerstampfte Feld zerstreuen sich die Franken,,

den Rossen haben sie die Sättel abgezogen,die goldenen Zügel, dass den Kopf sie senkenund auf den Wiesen frisches Gras sich suchen.Sie können hier nicht bessre Pflege finden.Wer müd ist, legt zur Erde sich und schläft,und unbewacht sind sie in dieser Nacht.

Der Kaiser legt sich nieder auf die Wiese,bei seinem Haupte ruht sein mächt'ger Speer:in dieser Nacht will er sich nicht entwaffnen.Er trägt am Leib den schön gezierten Panzer,den goldnen Helm, den reich gesteinten, auf dem Haupt rumgürtet mit Joiuse: seines gleichen gibt es nicht,ihm muss an Glanz der Strahl der Sonne weichen..Wir wissen Sagen viel von jener Lanze,womit der Herr am Kreuze ward verwundet:Karl hat den Stahl, sei Gott dafür gedankt,an einen Griff von Gold hat er ihn setzen lassen.