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2 (1882)
Seite
466
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466 VRIDANKES BESCHEIDENHEIT VON WILHELM GRIMM.

swerz git mit guotem willem dar,dem werdent die vier loene gar.

Das Schwierige dieser Emendation beruht darin, dass dieerste Ordnung der Handschriften V. 1017 gar nicht kenntund der allerdings selbständige Satz V. 6 9 auch nur in avorkommt: sodann dass in der zweiten Ordnung, in BCbcde,dieser Satz 69 von dem folgenden weit getrennt steht. Nurdie dritte Ordnung zeigt die Verbindung von 69 mit 1017,allein diese dritte Ordnung weiss nichts von dem vierfachenLohn, sondern sagt bloss gröz lön. 53, 15. 16 kann ich jetztnach einer Stelle aus dem welschen Gast genauer erklären: derlewe enpfindet wol swanne man in jagen sol, so verstreichet ersin spor gar mit dem zagel; daz ist war. da mite wil er dazerwinden, daz in nin müg der jeger vinden (198 b). Der Aus-druck eren besme bei Freidank bezieht sich also zugleich aufden Büschel an des Löwen Schweif. XCII, 11 ist Heinrichv. Veldeke zu streichen, vgl. Lachmann über Singen und Sagenp. 12 [Kl. Sehr. I, 472]. 20, 2 ist und einzuklammern.

445 In dem Archiv für die Geschichtskunde des PreussischenStaates von Ledebur Bd 14, S. 174 wird Nachricht gegebenvon hölzernen Scheiben, jede mit einem Brustbilde und einerUmschrift, die sich auf dem Rathhause zu Erfurt befinden.Möglich dass sie noch in das 13. Jahrhundert gehören, dieSprachformen lassen das wohl zu. Die Umschriften enthalten,so weit sie lesbar sind, und das gilt von etwa der Hälfte (essind im Ganzen mehr als 30 Scheiben), jedes Mal einen Spruchvon zwei Zeilen aus dem Freidank und beweisen abermals, wie

446 verbreitet das Gedicht war. Unter den mitgetheilten 19 Sprüchenfindet sich nichts Neues, wohl aber 175, 16. 17 ein Spruch, derin der ersten und zweiten Ordnung der Hss. unbekannt istund nur in aABrant sich zeigt; die Lesarten stimmen sehrunabhängig bald mit dieser, bald mit jener Ordnung, in 48, 9nur mit 7, in 164, 3 nur mit B und in 63, 23 abweichendvon allen.

In dem Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit vonMone 1835 gibt der Herausgeber S. 5760 Nachricht von derKarlsruher, aus Ettenheim - Münster stammenden Handschrift