Druckschrift 
2 (1882)
Seite
448
Einzelbild herunterladen
 

448 HARZGEDICHTE VON G. SCHULZE.

durch o ausgedrückt: voter, tohk (Tag), beklohng (beklagen);ebenso ä: schlof, host, blosen. e durch a: lader, barcmann,assen, baten, harr, flahn (pflegen), farn, besahn, e durch ie:beschtiehn (bestehen), giehn. ei durch ä: an, käns, bade,,häm, äer (Eier), mäster, ränklich. o und 6 durch u: gruss,stuss, hulen; luhn, lus, tud. oe durch ie in bies, durch ä inhären, schänste, und durch e in heh. ou durch ä: fra, bahm.öu durch se: frähd. u vor r durch o: storm, dorscht, worscht,forsch (fürs), ü vor r durch e: ferst; das alte u ist in dunnererhalten, ü sonst durch ie und i: biegel, miehl, kienig; mitz,

580kick, hibsch, glicklich. üe durch ie: fiehren, frieh. Bei denConsonanten ist anzumerken, dass die med. d, b, g härter aus-gesprochen werden, aber doch nicht wie tenues: nur das an-lautende' g klingt vor einer liq. fast wie k. Ebenso zischt sstärker, doch nicht wie z; geschrieben ist zaldat, zallat.

Auf jene oberdeutschen Mundarten deuten die Kürzungenarpt (Arbeit), braung (brauchen), darkleing (dergleichen), flahng(pflegen); rimmer (umher), rob (herab); die Zusammenziehungenmerbleim (wir bleiben), hamersch (haben wirs), gahremer (gebeer mir), merwolln; die Ausdrücke ebs, iwest (irgend nur),itzuner; nn für nd: hannein, anner, kinnskinner; die Partikelter- vor dem Verbum statt er-: terlaubt, terwischt (vgl. GrimmGr. 2, 819). Auch der Infinitiv auf a zeigt sich: schreia.Gewandlich ist eine fränkische Diminutivform (Gramm. 3, 674);zugleich aber erscheint merkwürdigerweise auch eine meklen-burgische und pommersche (Gr. 3, 683) in breiting (Bräutigam),Rosining, Katrining. Sonst die oberdeutschen Diminutive Dor-tel, Gretel, Kunradsel, hemmel (Hemdlein), kriekel (Krüglein),liehnel (kleiner Lohn), miesel (Mäuslein), presel (Bröslein, nichtPrieschen, wie der Herausgeber übersetzt); guschle Küsschen,wörtlich Mäulchen: gusche, guschel ist in Franken, im Hanaui-schen in vertraulicher Rede sehr gebräuchlich. Der Ausrufkranket, plattd. krankt, oberdeutsch kränk heisst nichts Anderesals die fallende Sucht. Alle riet wird auch im Hennebergischengesagt (Reinwald Idiotikon 2, 104). Seltsam ist die Redensartnamm dei geripp, wohlan, triff Anstalten, besorge das Nöthige.

581 Sollte sie aus dem Plattdeutschen, wo man sagt: ik hebbe mien