440 BÄUMLEIN, DAS GRIECHISCHE UND DAS GOTHISCHE ALPHABET.
wir verdanken die Mittheilung desselben Hrn. E. F. Mooyer inMinden, der selbst nordische Alterthüraer eifrig sammelt undden antiquarischen Nachlass des bekannten Arendt an sich ge-kauft hat. Wir haben einen Theil seiner Papiere durchgesehen,sie enthalten meist die Originalzeichnungen von den in ver-schiedenen älteren Werken abgebildeten Runensteinen, sindmithin von Werth; wie gross dieser sei, wird sich freilich erstbei einer Beschäftigung mit dem Einzelnen ergeben.
[anonym.]
569 UNTERSUCHUNGEN
über die ursprüngliche Beschaffenheit und weiteren Entwickehmgen des grie-chischen und über die Entstehung des gothischen Alphabets. Von W. Bäum-lein, Prof., Lehrer an der lat. Schule zu Biberach. Mit zwei vergleichendenSchrifttafeln. Tübingen. Bey H. Laupp. 1833. 116 S. in 8.
Göttingische gelehrte Anzeigen. Bd I, 58. 59. Stück, den 10. April 1834.
S. 569—57S.
JL/as Resultat der ersten Abhandlung gibt der Verf. selbstam Schlüsse derselben folgendergestalt an (S. 54. 55):
„Durch eine phönizische, wahrscheinlich unter ägyptischemEinfluss gestandene Kolonie wurde das semitische Alphabet indas (nachherige) Böotien gebracht. Nachdem es bereits einigeÄnderungen erfahren hatte, nahmen die benachbarten Pelasger,Ionier (d. h. Attiker) wahrscheinlich geraume Zeit nach derVerdrängung der ägialischen Pelasger (Ionier) aus dem Pelo-ponnes dieses semitische Alphabet im Ganzen vollständig, mit
570 denselben Namen und in derselben Folge der Buchstaben, vonden Phöniziern an. Einige Zeichen giengen den Griechen ent-weder gleich anfangs, wie etwa das i, oder allmählich, wie aav,ßau, xo7t-a für den Schriftgebrauch verloren, andere ändertenihre Bedeutung und mit dieser ihre Namen gleich anfangs, wien und JJ, welche von den Griechen bei Annahme des phö-nizischen Alphabets in die Vocale E und O mit den Namen etund ou verwandelt wurden, oder allmählich durch die Fortbildungund Erweichung der griechischen Sprache, wie 1, ', !"!, SO und