436 LE PANTCHA-TANTRA PAR J. A. DUBOIS.
den wenigen Werken, deren Leetüre von den Brahminen all-gemein erlaubt wird. Von den fünf Abschnitten, in welche das
757 Ganze abgetheilt ist, findet sich der fünfte nicht in Hitopadesaund gibt sich auch durch den verschiedenen Stil als Zusatz zuerkennen. Die dritte Abtheilung liefert sechs Erzählungen, die,wie der Übersetzer sagt, durch ganz Indien bekannt sind undin welchen man nur eine Einkleidung wirklicher Begebenheitenerblickt. Darin irrt man wohl, aber die Erzählungen sind sehrartig, und gleich die erste, wo vier Taube in die schönste Ver-wirrung gerathen, hat wahrhaft komische Kraft; alle werdenohne Zweifel auf mannigfache Weise in Europa wuchern. Esfällt auf, dass die meisten dazu dienen, die Brahminen zu ver-spotten, und in einer, gerade nicht der schlechtesten, wird dieVerehrung der büssenden Heiligen als eine lächerliche Täu-schung dargestellt. Von der mittelsten Abtheilung redet Rec.zuletzt, weil sie ihm gerade die wichtigste ist. Sie führt denTitel: aventures de gourou Paramarta und ist in acht Aben-teuer eingetheilt. Ein Missionär, P. Beschie, hatte sie in tamu-lischer Sprache geschrieben und, wie einige vermutheten, blossin der Absicht, die Brahminen und ihre Gebräuche lächer-lich zu machen, selbst erfunden. Allein diese Voraussetzungist falsch, Abbe Dubois hat selbst Gelegenheit gehabt, sich zuüberzeugen, dass in Gegenden Indiens, wohin der Name unddie Schriften des P. Be[s]chie niemals gedrungen waren, derGrund dieser Erzählungen verbreitet war. Wir haben also eineallgemeine indische Volkssage vor uns, und als solche erweistsie sich auch so sehr, dass, wer mit der Natur solcher Über-lieferungen bekannt ist, keinen Augenblick an ihrer Echtheitzweifelt. Es tritt darin ein Meister oder Priester Paramarta,
75S d. h. Einfaltspinsel auf, von fünf Schülern umgeben, deren alle-gorische Namen (Stupide, Idiot, Hebete, Badaud, Lourdaud)schon hinlänglich ihre Natur andeuten. Sie erzeigen ihm eineungemessene Verehrung und folgen seinen Lehren mit einemblinden Gehorsam; die Abenteuer, die sie gemeinschaftlich be-stehen und die mit seinem tragikomischen Tode endigen, machenden Gegenstand des kleinen, wohlgeordneten Epos aus. DasCharakteristische besteht darin, dass unter dem Scheine der