AF SAXOS HISTORIES SYV SIDSTE BÖGER VED MÜLLER. 433
[oben S. 294—302] und zwar mit gebührendem Lobe angezeigt,der gegenwärtige zweite befasst nun die sieben letzten Bücherdieses vielbesprochenen Geschichtschreibers. Dort war die Sagen-zeit mit dem ersten dämmernden Lichte der historischen Wahr-heit der Gegenstand der Abhandlung, hier bricht dieses Licht 725immer heller ein, so dass die letzten Bücher als eine unbe-zweifelt echte und wichtige Quelle der Geschichte zu betrachtensind. ' Die Kritik also, die es dort nur mit der Echtheit derSage zu thun hatte, ist hier auf die Wahrheit der erzähltenBegebenheiten selbst gerichtet und geht festen Schrittes, da siegleichzeitige Zeugen, wie Adam von Bremen, Helmold und nichtviel spätere, wie Snorre Sturleson, die Knytlingasaga undandere anhören kann. Unser Verfasser, der, wie sich von selbstversteht, seine Arbeit mit gleicher Unbefangenheit, Wahrheits-liebe und feinem Takte, der sich nicht erlernen lässt, fortge-führt, hat doch mitunter Gelegenheit gehabt, Saxos Genauigkeitund Unparteilichkeit in der Darstellung der Begebenheiten zubemerken. Rec. begnügt sich anzuzeigen, dass in dieser zweitenAbtheilung die dänische Geschichte von Harald Gormsen bisauf Waldemar I, also bis auf Saxos Lebenszeit abgehandeltwird und Aufklärungen gewonnen sind, welche auch der deut-schen Geschichte in den merkwürdigen Verhältnissen Waide-mars zu Friedrich I und Heinrich dem Löwen zu gut kommen.Rec. meint, dass wir uns jetzt auf dem Standpunkte befinden,wo ein schliessliches Urtheil über Saxo möglich ist. Dahlinann,der in seiner Kritik der altdänischen Geschichte trefflich auf-geräumt hat, thut unserem Saxo, obgleich er ihn ironisch genugbehandelt, von seinem Standpunkte aus kein Unrecht an, amwenigsten denkt er daran, das lebensvolle und geistreiche Werkin seinem natürlichen Werthe zu kränken. Denn Rec. gesteht,dass er diejenigen, welche, Bedeutung und Gehalt der Sageleugnend, nur einen abgeschmackten Tand darin erblicken und 726die Ratten, welche die schon gedruckte Knytlingasaga gleich-sam mit kritischem Instinkte völlig auffrassen, als die ver-nünftigsten Beurtheiler geltend machen möchten, dass er diesefür nicht besser hält, sondern für schlechter, als die anderen,welche ohne Kritik sich dem Glauben an eine unverwüstliche
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