QUELLEN D.SHAKESPEARE V. ECHTERMEYER, HENSCHEL, SIMEOCK. 427
Bedeutung des Hartmann'schen Gedichtes, das ist alles ange-messen, nicht oberflächlich, nicht abschreckend durch trockeneGelehrsamkeit, kurz, es hält sich in einer gefälligen Mitte.Wohlan, wir empfehlen das artige Büchlein; vielleicht findet esbei dem mächtigen Herrn, den wir das grosse Publikum nennen,eine gute Stunde, in welcher ihm 1522 Verse dieser Art ehr-lich durchzulesen keine zu starke Anstrengung scheint.
[anonym.]
QUELLEN DES SHAKESPEARE 252
IN NOVELLEN, MÄRCHEN UND SAGEN.
Herausgegeben von Dr Theodor Echtormeyer, Ludwig Henschel und KarlSimrock. Berlin, in der Fincke'schen Buchhandlung, 1831. Erster Theil,¥111 und 266 S. Zweiter Theil, VI und 268 S. Dritter Theil, VHI und 28S S.
Göttingische gelehrte Anzeigen, Bd I, 26 Stück, den 16. Februar 1832.
S. 252—255.
XJas Eigenthümliche dieses Buches besteht nicht darin,dass die Quellen Shakespeares, d. h. die Erzählungen und Sagen,die ihn zu seinen dramatischen Dichtungen veranlassten, auf-gesucht sind, denn das haben schon Engländer und Deutschevon der Mistress Lennor und Eschenburg an bis auf Douceund Dunlop gethan, obgleich auch hier Einiges nachzutragenund zu berichtigen war und eine solche Zusammenstellung ineleganten Übersetzungen, wie die hier gelieferten sind, fehlte.Es besteht vielmehr darin, dass die tiefer liegende Quelle, näm-lich die in jenen Erzählungen enthaltene allgemeine Volkssage,zum Gegenstande der Untersuchung gemacht ist. Veranlassungdazu fanden die Verfasser oder vielmehr Herr Simrock, der indieser Hinsicht die Arbeit allein übernommen, so wie er beiden Übersetzungen das Meiste gethan, in den Fortschritten,welche die Erklärung der Sagen und Mythen in Deutschlandgemacht hat; allerdings ist der Gesichtspunkt erweitert und dieZusammenstellung des Ahnlichen und Verwandten etwas Besseresgeworden, als ein unfruchtbares Verzeichnis. Was Herr Simrockin den Anmerkungen, welche die ganze Hälfte des dritten Theiles