426 °EE ARME HEINRICH ÜBERSETZT VON SIMROCK.
aber ein Sänger von Gewerbe war, der sein Lied vortrug, odernicht, wer wollte das entscheiden?
Es ist nur eine geringe Anzahl von Exemplaren abgezogen,469 welche die Dieterich'sche Buchhandlung übernommen hat; nachVerlauf eines Jahres wird der Stein abgeschliffen. w. Gr.
967 DER ARME HEINRICH,
ein erzählendos Gedicht des Hartmann von Aue, metrisch übersetzt von KarlSimrock. Nebst der Sage von 'Amieus und Amelius' und verwandten Ge-dichten des Übersetzers. Berlin, in der Lauo'schen Buchhandlung, 1830.XXXII und 110 S. in 3.
Göttingische gelehrte Anzeigen. Bd II, 97. Stück, den 20. Juni 1831.
S. 967—963.
968 Jtlartmanns Gedichte von dem armen Heinrich kann nichtleicht ein anderes von gleichem Werthe aus der doch auch inkleinen Erzählungen reichhaltigen Litteratur des Mittelalters andie Seite gesetzt werden. Es schildert eine rührende Begeben-heit aus dem häuslichen Leben, in welche das Wunderbare undUnglaubliche auf eiue überraschende Weise eintritt, und ist miteiner Innigkeit und Wärme, zugleich mit einer leichten undungesuchten Anmuth erzählt, wie es in solcher Verbindung nureinem Dichter von entschiedenem Talente möglich ist. KeinWunder also, dass hier der dritte Versuch gemacht wird, auchdiejenigen zum Genüsse einzuladen, denen das Original ver-schlossen ist. Hr. Simrock versteht die alte Sprache, hat Sinn,Geschmack und Takt, wie er das alles schon bei Übersetzungdes Nibelungeliedes bewiesen, und uns deucht, er habe auchhier seine Sache so gut gemacht, als möglich ist, wenn man indie heutige. Sprache übersetzen, dabei die ursprüngliche Dar-stellungsweise, die kurzen Reime, überhaupt das beibehalten will,was den, der mit der Kunst jener Zeit unbekannt ist, zumeistbefremdet und geniert. Was der Verfasser sonst hinzugethanhat: die Einleitung über die Verbreitung, das Alter und denGehalt der Sage, die eigenen poetischen Auffassungen derselben,endlich die Abhandlung eines Freundes über Charakter und