418 DIE DEUTSCHE HELDENSAGE VON WILHELM GRIMM.
druckes, den wir besitzen, der cod. Palat. zum Grunde Hegt,sind Quelle und Verknüpfungen mit anderen Sagen erörtert.Am ausführlichsten abgehandelt sind Nibelunge Noth, Klageund Biterolf, welche bloss zum Vortheil der Untersuchung indieser Ordnung folgen; es soll nicht behauptet werden, dassdarnach auch ihr Alter zu bestimmen sei. Bei der NibelungeNoth wird die von Lachmann schon begründete Ansicht durch-geführt, dass sie nicht das Werk eines Einzigen sein könneund in zwei Theile zerfalle, die in mehr als einer Rücksichtvon einander sich unterscheiden. Bei der Klage war vorerstzu erläutern, was sie selbst über ihre Quelle und verschiedene,vorangegangene Bearbeitungen aussagt. Dann wird, gestütztauf Lachmanns Untersuchungen, ausgeführt, dass der Verf.dieses Gedichts unsere Nibelunge Noth nicht vor sich hatte.Biterolf erscheint durch seine Beziehungen als eins der wich-tigsten Denkmäler. Zuerst über die Quelle, insoweit der Dichterselbst sich darüber äussert; hierauf wird die Behauptung auf-gestellt, dieses Werk als Ganzes betrachtet liefere keine echte52 Sage, sondern sein an sich ziemlich unbedeutender Inhalt seials eigenmächtige Erfindung in den Pabelkreis eingezwängt.Allein da der Dichter seine Personen dorther genommen hatund häufig ihre anderweitigen Verhältnisse einmischt, wovoner eine ziemlich vollständige Kenntnis mag besessen haben, soerhalten wir gewissermassen eine Übersicht jenes Kreises, welchehier ausgezogen und zusammengestellt ist. Wir finden An-deutungen über mehr als ein verlorenes Gedicht. Angehängtist eine Untersuchung über den Dichter, deren Resultat diehöchst wahrscheinliche Vermuthung gewährt, dass er und derDichter der Klage eine und dieselbe Person sei. Bei derÜberarbeitung des Nibelungeliedes und der Klagesind die wenigen Zusätze, die den Inhalt der Sage selbst be-rühren, aufgesucht, und über die Stelle, wo Siegfried ermordetwurde, ist eine Vermuthung geäussert. Die Vilkinasagaliefert reichliche Aufschlüsse; die seitdem aufgefundene alt-schwedische Abfassung ist benutzt, gleicherweise, was P. E.Müllers Sagenbibliothek Neues mittheilte. Neben einander ge-stellt sind Dieterichs Flucht, die Rabenschlacht und